2008.12.11 Neuss : Rijeka für den DSV ein Neuanfang

Nach dem Olympia-Desaster sinnen die deutschen Schwimmer bei der EM in Rijeka auf Wiedergutmachung. "So schlecht wie in Peking sind wir nicht", sagt Bundestrainer Dirk Lange.

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Bundestrainer Dirk Lange

Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen pausiert noch, doch mit Rekordmann Paul Biedermann an der Spitze und vielen jungen Wilden wollen Deutschlands Schwimmer die Schmach von Peking vergessen machen und zumindest die Vormachtstellung in Europa behaupten. "So schlecht wie in Peking sind wir nicht. Nun müssen wir die letzten Ansätze bestätigen und ausbauen", sagte der neue Bundestrainer Dirk Lange vor der Kurzbahn-EM von Donnerstag bis Sonntag in Rijeka.

Die Goldhoffnungen in Kroatien ruhen vor allem auf Biedermann. Der 22-Jährige aus Halle/Saale hat gleich zu Beginn den Titel über seine neue Europarekordstrecke 400m Freistil im Visier und gilt zudem als Weltrekordhalter über 200m als Topfavorit. Biedermann ist jedoch vorsichtig: "Rekorde sind eine Sache, Titel eine andere. Nun muss ich meine Leistung auch im direkten Duell abrufen."

Dietrich als Hoffnungsträger

Für den Olympia-Fünften könnte sich der Kreis in diesem Jahr schließen. Im März in Eindhoven war Biedermann mit deutschem Rekord und EM-Titel in die internationale Spitze vorgestoßen.

Von den deutschen Titelverteidigern aus dem Vorjahr in Debrecen sind Janne Schäfer über 50m Brust, der 75-malige deutsche Meister Thomas Rupprath über 50m Rücken sowie die 4x50m-Lagenstaffeln der Männer und Frauen am Start. Ein weiterer Hoffnungsträger ist Johannes Dietrich nach seinen zwei Europarekorden bei den deutschen Meisterschaften in Essen über 50m Schmetterling.

Gespannt sind Lange und der neue Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Lutz Buschkow, in der Phase des Umbruchs auf den Auftritt der neuen Generation. Dazu gehört als einer von acht Neulingen im 29 Aktive umfassenden Team der 18 Jahre alte Darmstädter Marco Koch, der die jahrelange Durststrecke über 100 und 200m Brust beenden soll.

"Freuen uns über jede Medaille"

Auf eine Medaillenprognose wollen sich Buschkow und Lange nicht festlegen. "Wir freuen uns über jede Medaille und jede gute Leistung. Aber wichtig ist, dass wir jetzt die Basis für eine gute Entwicklung legen", erklärte Lange. Im Vorjahr in Ungarn war der DSV mit fünfmal Gold sowie je siebenmal Silber und Bronze Spitze.

Nach den Rücktritten von Antje Buschschulte, Anne Poleska und Nicole Hetzer könnte dem DSV zugute kommen, dass sich auch andere Nationen im Umbruch befinden. Der dreimalige Olympiasieger Pieter van den Hoogenband (Niederlande) hat seine aktive Karriere ebenso beendet wie die viermalige Olympiasiegerin Jana Klotschkowa und der 15-malige Europameister Oleg Lisogor aus der Ukraine sowie die schwedische Ex-Weltmeisterin Anna-Karin Kämmerling. Zudem legt die britische Doppel-Olympiasiegerin Rebecca Adlington wie Steffen eine Pause ein.