2008.12.14 Neuss : Rummenigge: "Wir sind angehalten, aufzupassen"

Karl-Heinz Rummenigge hat in Anbetracht der Finanzkrise von der UEFA eine Kostenkontrolle im internationalen Fußball gefordert und vor finanziellen Experimenten gewarnt.

hsc
Karl-Heinz Rummenigge hofft während der Finanzkrise auf die UEFA

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge von Meister Bayern München hat angesichts der weltweiten, akuten Finanzkrise die Europäische Fußball-Union (UEFA) zum Handeln aufgefordert. Er habe UEFA-Präsident Michel Platini aufgefordert, im internationalen Fußball eine Kostenkontrolle einzuführen, sagte Rummenigge der Welt am Sonntag.

Rummenigges konkreter Vorschlag lautet, "dass in den Vereinen nur noch 50 Prozent des gesamten Umsatzes in Gehälter investiert werden dürfen. Denn mittlerweile werden teilweise Löhne gezahlt, die irrational und dramatisch hoch sind. Schreiten wir ein, hätten wir über Nacht eine Wettbewerbsgleichheit und würden die Klubs zudem zwingen, profitabel zu arbeiten".

Auch ein ordentliches Lizenzierungsverfahren beispielsweise für die Champions League hält Rummenigge für sinnvoll: "Dass eben die 32 teilnehmenden Vereine vor Beginn der Champions League ihre Unterlagen einreichen, die dann nach bestimmten Kriterien gesichtet werden. Und ein Kriterium könnte da sein, nur noch eine bestimmte Summe X für Gehälter aufzuwenden."

"Das Geld erst einmal zusammenhalten"

Rummenigge warnte zugleich vor finanziellen Abenteuern. "Wir sind angehalten, aufzupassen. Denn wenn erst mal ein großer Klub zusammenbricht, besteht die Gefahr des Dominoeffekts. Wir tun alle gut daran tun, die alten Kaufmannsgesetze zu berücksichtigen und das Geld erst einmal zusammenzuhalten", sagte er.

Die Bundesliga ist laut Rummenigge auf die angesichts der Krise drohenden wirtschaftlichen Probleme gut vorbereitet. "Ich hoffe, dass die Krise den deutschen Fußball nicht mit voller Wucht erreicht. Insgesamt sind die deutschen Vereine nicht so schlecht aufgestellt, da wir in der Vergangenheit sehr rational gehandelt haben", sagte er.