2008.12.14 Neuss : Teber beschert Hoffenheim den Herbsttitel

Zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde hat sich 1899 Hoffenheim durch ein 1:1 in einem harten Match gegen Schalke den Herbstmeistertitel gesichert. Selim Teber traf zum Ausgleich.

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Fabian Ernst (r.) im Zweikampf mit Tobias Weis

Der eingewechselte Kapitän Selim Teber hat 1899 Hoffenheim zur Herbstmeisterschaft geschossen und die traumhafte Hinrunde des Bundesliga-Neulings gekrönt. Mit dem 1:1 (0:1) in einem hart umkämpften Spiel gegen Schalke 04 überflügelte der Aufsteiger am Sonntagabend doch wieder Rekordmeister Bayern München und überwintert dank der um vier Tore besseren Tordifferenz vor den punktgleichen Münchnern auf dem Platz an der Sonne.

Schalke war zwar durch Gerald Asamoah (40.) in Führung gegangen, machte sich dann aber selbst das Leben schwer, als Nationalspieler Jermaine Jones in der 57. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah. Teber, der in der 49. Minute für den wegen einer Muskelverletzung ausgeschiedenen Chinedu Obasi ins Spiel gekommen war, schaffte mit einem direkten Freistoß den Ausgleich. Die letzten zehn Minuten mussten die Gäste sogar nur noch mit neun Spielern überstehen, weil auch Orlando Engelaar Gelb-Rot sah.

Rangnick freut sich auf den Urlaub

"Am Schluss hätten wir dieses Spiel gerne noch gewonnen, aber es war bemerkenswert, wie die Mannschaft nach dem 0:1 zurückgekommen ist. Ich freue mich schon über Platz eins, aber ich hätte mich noch mehr gefreut, wenn wir zwei Punkte mehr geholt hätten", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. "Jetzt können wir unseren Urlaub richtig genießen", sagte Torschütze Teber: "Wir wollen jetzt in der Rückrunde genau so weiterspielen." Schalkes Sportdirektor Abdreas Müller ärgerte sich allerdings über Jones' Platzverweis. "Bei der zweiten Aktion war es kein Foul", meinte Müller.

Hoffenheim verabschiedete sich ungeschlagen (sieben Siege, zwei Unentschieden) aus dem Mannheimer Carl-Benz-Stadion, das mit 26.300 Zuschauern erneut ausverkauft war, In der Rückrunde wird der Aufsteiger seine Heimspiele in der neuen Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim austragen.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw kauften die Schalker, die auf Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi (Oberschenkel-Blessur) verzichten mussten, den Gastgebern mit ihrer aggressiven Spielweise zunächst den Schneid ab und zeigten die beste Vorstellung seit langem. Dagegen offenbarte die Hoffenheimer Innenverteidigung um Matthias Jaissle ungewohnte Unsicherheiten, so dass Asamoah (3.) und Halil Altintop (9.) schon früh zu guten Chancen kamen.

Dem Angriffsspiel des Aufsteigers merkte man indes das Fehlen von Spielmacher Carlos Eduardo (Grippe) an, für den Sejad Salihovic ins Team gerückt war. Der Bosnier war es auch, der die Hoffenheimer Führung auf dem Fuß hatte. Doch Salihovics Freistoß aus 25 Metern lenkte Schalkes Torhüter Manuel Neuer in höchster Not noch um den Pfosten lenken (19.).

Hoffenheim findet nicht zu seinem Spiel

Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten konnten die Hausherren nicht wie gewohnt ihr Tempospiel aufziehen. Auch weil sich die S04-Defensive zum Hinrundenabschluss äußerst aufmerksam und konsequent präsentierte. Auch bei Kontern waren die "Königsblauen" immer gefährlich, deren Führung folgerichtig nicht überraschend kam. Nach einem neuerlichen Patzer der Hoffenheimer Innenverterteidigung bediente Altintop Sturmkollege Asamoah, der bereits in der Vorwoche gegen Hertha BSC (1:0) getroffen hatte.

Nach dem Wechsel verstärkte Rangnick, der vor exakt drei Jahren von Schalke 04 entlassen worden war, die Offensive durch die Einwechslung des Brasilianers Luiz Gustavo. Im Blickpunkt stand aber immer wieder Schiedsrichter Peter Gagelmann aus Bremen, der die hektische Partie kaum in den Grif bekam und eine Rudelbildung in der 55. Minute nicht verhindern konnte.

Die harten Aktionen auf beiden Seiten wurden von den beiden Platzverweisen auf die Spitze getrieben. Zudem wurden nacheinander auch die beiden Schalker Co-Trainer Youri Mulder und Mike Büskens auf die Tribüne geschickt.