2008.12.15 Neuss : Lozano zieht nicht nach Deutschland

Der neue Bundestrainer der Volleyball-Männer, Raul Lozano, wird in seiner Heimat Argentinien wohnen bleiben und damit nicht nach Deutschland ziehen.

bto
Neu-Bundestrainer Raul Lozano

Der neue Volleyball-Bundestrainer Raul Lozano wird auch künftig in seiner Heimat Argentinien wohnen bleiben. Konfliktpotenzial sieht der 52-Jährige in dieser Art der Amstausübung nicht. "Wenn ich nicht immer hier bin, heißt das nicht, dass ich mich nicht mit der Nationalmannschaft beschäftige. Ich halte über E-mail und Telefon den Kontakt. Und über das Internet kann ich mir die wichtigen Spiele herunterladen und ansehen", erklärte Lozano am Montag bei einem Pressegespräch in Frankfurt/Main.

Auch Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), sieht in der gelegentlichen Abwesenheit von Lozano kein Problem. "Das ist so auch mit der Bundesliga abgesprochen. Raul wird ja im Winter ein paar Mal herkommen. Wir haben mit ihm auf jeden Fall den Besten gefunden", lobte von Moltke den früheren Trainer von Vize-Weltmeister Polen, der in den Wintermonaten bei seiner Familie in Argentinien leben wird.

Lozano: "Niveau in der Bundesliga muss verbessert werden"

Während der vergangenen zehn Tage verschaffte sich der nur 1,63 Meter große Lozano, der im kommenden Frühjahr die Nachfolge des zuletzt umstrittenen Stelian Moculescu antritt, bei seiner ersten Deutschland-Tour einen Überblick über die sportlichen Voraussetzungen. Ganz zufrieden war er nicht. Lozano: "Das Niveau in der Bundesliga muss verbessert werden, denn das erleichtert auch meine Arbeit. Die Ligen in Italien, Polen und Russland sind noch stärker." Vom 2. bis 16. März plant Lozano seine zweite Visite.

Oberste sportliche Ziele des Südamerikaners sind die erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 sowie eine Teilnahme an der Weltliga. Grundbedingungen für die Aufnahme in den illustren Kreis der 16 Weltligisten ist allerdings eine Startgebühr von 100. 000 US-Dollar und eine garantierte Live-Übertragung von mindestens zwei Spielen.

Eine deutliche Ansage machte Lozano an die "Beach"-Volleyballer in seinem Team. "Wer im Sommer nur am Strand ist und dort spielt, muss sich im Winter bei der Nationalmannschaft ganz hinten anstellen", sagte der Argentinier.