2008.12.15 Neuss : Ziege kehrt der Borussia den Rücken

Christian Ziege gibt nun auch den Co-Trainer-Posten bei Borussia Mönchengladbach auf. Seine Beweggründe seien rein persönlicher Natur, sagte der Ex-Nationalspieler.

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Abschied von der Borussia: Christian Ziege

Nach der desaströsen Hinrunde taumelt Bundesligist Borussia Mönchengladbach auch zu Beginn der Winterpause immer tiefer in die Krise. Der ehemalige Nationalspieler Christian Ziege hat seine Konsequenzen aus der Talfahrt des fünfmaligen deutschen Meisters gezogen und ist nach knapp zwei Monaten als Co-Trainer beim Tabellenschlusslicht zurückgetreten.

"Meine Beweggründe sind rein persönlicher, privater Natur. Alles andere sind wilde Spekulationen, die nicht der Wahrheit entsprechen und von denen ich mich distanziere", teilte der 36-Jährige auf der Homepage der Borussia mit.

Zuletzt war immer öfter über Unstimmigkeiten zwischen Ziege und Trainer Hans Meyer spekuliert worden. So sprach Meyer dem Borussen-Kader, den Ziege in seiner Funktion als Sportdirektor zusammengestellt hatte, immer wieder die Erstligatauglichkeit ab. Zudem vertraute Trainer-Oldie Meyer in der täglichen Arbeit lieber seinem langjährigen Begleiter Jürgen Raab.

Kein Wort über Hans Meyer

Nach seinem Rücktritt erwähnte Ziege den Gladbacher Coach mit keinem Wort, der Europameister von 1996 sagte nur: "Der Mannschaft und dem Verein wünsche ich alles Gute." Er sei sich sicher, dass Borussia nach der Winterpause anders auftreten werde und das Ziel, den Klassenerhalt, erreiche.

Ziege, der schon an der Israel-Reise am vergangenen Wochenende nicht teilgenommen hatte, übernahm den Posten des Co-Trainers am 19. Oktober, zuvor hatte er die Mannschaft nach der Entlassung von Trainer Jos Luhukay im Gastspiel beim VfL Bochum (2:2) selber betreut.

Eberl: "Wir hoffen, er kehrt irgendwann zurück"

Vor seinem Engagement auf der Trainerbank war Ziege seit dem 8. März 2007 als Sportdirektor in Gladbach tätig. Nach der Rückkehr in die Bundesliga im vergangenen Sommer waren ihm aber auch einige Fehleinkäufe und der damit verbundene Sturz auf den letzten Platz nach der Hinrunde angelastet worden. Aus 17 Spielen holte die Borussia magere drei Siege und elf Punkte.

Sportdirektor Max Eberl räumte ein, dass man sich das anders vorgestellt habe, Christians Wunsch aber akzeptiere. Ziege war eigentlich als Nachfolger von Meyer, der einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 besitzt, gehandelt worden. Eberl meinte dazu: "Wir hoffen, dass er irgendwann zu Borussia zurückkehren wird."