2008.12.16 Neuss : DRV-Sportdirektor Müller geht von Bord

Der Deutsche Ruder-Verband und Sportdirektor Michael Müller gehen getrennte Wege. Nach der enttäuschenden Bilanz von Peking wurde die Zusammenarbeit einvernehmlich beendet.

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Deutsche Flotte enttäuscht in Peking

Der Deutsche Ruderverband (DRV) und sein Sportdirektor Michael Müller gehen nach der Olympiapleite von Peking künftig getrennte Wege. Wie der DRV am Dienstag mitteilte, sind beide Parteien "übereingekommen, die langjährige Zusammenarbeit zu beenden." Müller war seit 1997 als Sportdirektor für die leistungssportliche Ausrichtung und Führung des Trainerteams verantwortlich. Unter seiner Leitung hatte die deutsche Mannschaft in Peking erstmals seit 52 Jahren kein Olympiagold gewonnen.

"Ich habe dem DRV viel zu verdanken"

"Ich habe in den vergangenen Jahren meinen Beitrag geleistet. Die Trennung erfolgt unabhängig von den Ereignissen in Peking. Ich habe dem DRV viel zu verdanken", sagte Müller dem sid.

Er begleitete 17 Weltmeisterschaften und sieben Olympische Spiele in verschiedenen Aufgabenfeldern. Nach den Spielen in Peking wuchs aber die Kritik an seiner Arbeit. Einige Athleten forderten seinen Rücktritt. Welche Position Müller in Zukunft bekleiden wird, "wird sich in vier bis sechs Wochen entscheiden." Eine angemessene Verabschiedung beim DRV sei Anfang des nächsten Jahres geplant.

"Ich bedauere diesen Schritt und bedanke mich für die jahrelange erfolgreiche Arbeit von Michael Müller. Auch wenn diese Entwicklung für uns eine große Lücke reißt, werden wir den neu eingeschlagenen Weg weiter entschieden verfolgen", so Siegfried Kaidel. Der DRV-Präsident hatte nach dem Debakel von Peking mit nur einer Silber- und einer Bronzemedaille eine der weitreichendsten Strukturreformen in der Geschichte des DRV angekündigt.

Neue Wege und neue Trainer

So wurde der langjährige DDR-Coach Hartmut Buschbacher Mitte September als neuer DRV-Cheftrainer vorgestellt. "Seit 16 Jahren gibt es im Männer-Bereich kein Olympia-Gold - ein Unding. Wir müssen neue Wege gehen und neue Trainer heranziehen, um eine schlagkräftige Mannschaft für 2012 aufzubauen", meinte Buschbacher.

Müller sollte sich dabei um die finanzielle Absicherung der Athleten und den organisatorischen Bereich kümmern. Ein Nachfolger für ihn ist noch nicht gefunden. Er wird frühestens Anfang nächsten Jahres präsentiert.