2008.12.16 Neuss : Rummenigge gefällt Podolskis Einstellung nicht

Für Karl-Heinz Rummenigge wäre ein Wechsel von Lukas Podolski zum 1. FC Köln ein "Karriererückschritt". Podolski solle stattdessen alles für einen Durchbruch beim FCB tun.

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Erneute Kritik an Lukas Podolski

Karl-Heinz Rummenigge hat scharfe Kritik an Nationalstürmer Lukas Podolski geübt. "Was mir nicht gefällt, ist seine Einstellung. Wenn ich bei Bayern München spiele und die Chance habe, mich dort durchzusetzen, dann tue ich einfach alles dafür", sagte der Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters Bayern München in einem Interview: "Er vermittelt seit Monaten den Eindruck, als drehe es sich bei ihm nur noch um einen Vereinswechsel beziehungsweise eine Rückkehr zum 1. FC Köln."

Für Rummenigge macht Podolski damit einen großen Fehler. "Seien wir mal ehrlich: Das ist doch ein Karriererückschritt." Für ihn sei das sehr schwer zu verstehen. Köln sei eine ganz andere Hausnummer. Beim FC Bayern spiele er in der Champions League und um die Meisterschaft. Das werde in Köln wahrscheinlich nicht der Fall sein. "Aber es ist sein Leben und seine Entscheidung. Wir haben deshalb ja auch signalisiert, dass er, wenn wir ein akzeptables Angebot bekommen, im Sommer wechseln kann", sagte Rummenigge.

Lob für Klinsmann

Großes Lob hatte der Bayern-Boss dagegen für Trainer Jürgen Klinsmann übrig. "Wir spielen attraktiv, die Mannschaft ist topfit - trotz hoher Belastung. Die Fitness ist sensationell gut", meinte Rummenigge: "Wir sind immer in der Lage, zu jedem Zeitpunkt in jedem Spiel zuzulegen. Wenn die anderen müde werden, können wir noch eine Schippe drauflegen. Das ist der Beweis, dass sehr gut gearbeitet wird."

Das Zwischenfazit der Ära Klinsmann fällt deshalb trotz Platz zwei nach der Bundesliga-Hinrunde positiv aus. Bezogen auf das gesamte Jahr 2008 schwärmte Rummenigge mit Blick auf Meisterschaft und DFB-Pokalsieg gar: "Wir haben ein fantastisches Jahr hinter uns."

Appell an die DFL

Rummenigge hat zudem an die Deutsche Fußball Liga (DFL) appelliert, die Bundesliga-Vereine im internationalen Konkurrenzkampf mehr zu unterstützen. "Ich mahne die DFL an, einfach mehr für die Topklubs zu tun. Wir werden sonst irgendwann alle die Zeche zahlen müssen", sagte der Vorstands-Chef des deutschen Rekordmeisters Bayern München.

Man sei in der Champions League einmal mit vier Vereinen vertreten gewesen, danach mit drei, nun mit zwei. "Eine Liga wird bewertet nach ihrer Spitze. Und was in der Vergangenheit gemacht wurde, war einfach nur eine Stärkung der Schwachen und eine Schwächung der Starken", erklärte Rummenigge. Das habe dazu geführt, dass die Bundesliga, in den 80-er Jahren "stärkste Liga der Welt", derzeit mit Frankreich um Platz vier kämpfe.

Rummenigge hatte in der Vergangenheit schon mehrfach auf die deutlich höheren TV-Einnahmen der Konkurrenz in England, Italien und Spanien verwiesen.