2008.12.17 Neuss : HSV peilt den Gruppensieg an

Zum Jahresabschluss will der Hamburger SV im UEFA-Cup-Spiel gegen Aston Villa den Gruppensieg holen. Dabei ist das Team von Trainer Martin Jol auch von Ajax Amsterdam abhängig.

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HSV-Coach Martin Jol

Eine schöne Bescherung für die Fans und das sportliche Ziel Gruppensieg: Obwohl der Hamburger SV bereits die K.o.-Runde im UEFA-Cup erreicht hat, verfolgt er zum Jahresabschluss im heutigen Duell mit dem englischen Premier-League-Klub Aston Villa (20.45 Uhr/live im ZDF) noch ehrgeizige Ziele. "Das wird kein Freundschaftsspiel", stellt Trainer Martin Jol klar, "wir wollen Erster werden".

Nur dann nämlich liegen sie bei der Auslosung am Freitag (13 Uhr) in Nyon in dem Topf, der in der Runde der letzten 32 (18./19. und 26. Februar 2009) zunächst ein Auswärtsspiel gegen einen Gruppendritten verspricht. Die Zweiten müssen im Hinspiel bei einem Champions-League-Absteiger wie Werder Bremen antreten. Dabei sind die Hanseaten allerdings auch davon abhängig, wie Ajax Amsterdam gegen Slavia Prag spielt. Auch die Niederländer haben wie der HSV und Villa sechs Zähler auf dem Konto.

Sportchef Beiersdorfer zufrieden

"Wir wollen die Gruppe unbedingt gewinnen, das wäre sehr schön für die internationale Reputation des HSV", erklärt Sportchef Dietmar Beiersdorfer, "und wir wollen unseren Fans einen wunderbaren Saisonabschluss bieten." So oder so aber sind die Hamburger mit dem Halbjahr zufrieden, sie sind schließlich noch in allen drei Wettbewerben vertreten. "Es lief insgesamt sehr, sehr gut", so Beiersdorfer, "wir sind aber immer noch dabei, uns weiter zu entwickelt."

Jol hat vor dem letzten Spiel des Jahres jedoch personelle Sorgen. Der Einsatz von Kapitän David Jarolim ist fraglich. Alex Silva ist noch nicht wieder fit und auch Collin Benjamin ist angeschlagen. "Das sind alles Spieler mit sehr gutem Charakter, sie versuchen alles zu machen, um spielen zu können", so Jol, "immerhin haben wir keinen maximalen Druck, weil wir schon weiter sind."

Zwischen dem HSV und dem Team aus Birmingham gibt es erstaunliche Parallelen. Beide gehören zu den traditionsreichsten Vereinen in ihren Ländern, deren beste Zeiten allerdings schon lange zurückliegen. Villa war zuletzt 1981 Meister und gewann im Jahr darauf den Europapokal gegen Bayern München. Martin Jol stand damals auf der Tribüne in Rotterdam. Hamburgs letzter Titelgewinn in Deutschland und Europa datiert von 1983. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts aber versuchen beide nach einer Ära im Mittelmaß wieder "oben" anzuklopfen. Derzeit belegen sie in ihren Ligen Platz vier.

Jol mit Respekt vor Aston Villa

"Aston Villa ist besser als Arsenal London", behauptet Jol und geht dabei nicht allein vom Tabellenplatz der "Villains" aus: "In der nächsten Saison werden sie sicher in der Champions League spielen." Der amerikanische Investor Randy Lerner übernahm den Klub vor zwei Jahren für 62,6 Millionen Pfund und investierte seitdem auch in Personal.

Torjäger Gabriel Agbonlahor, Kapitän Gareth Barry und Mittelfeldtalent Ashley Young standen in der englischen Mannschaft, die im November in Berlin Deutschland mit 2:1 bezwingen konnte. Mittelfeldspieler James Milner steht als nächster auf dem Sprung ins Team der "Three Lions".

Die werden aber in Hamburg wohl gar nicht auflaufen. Coach Martin O'Neill spielte bereits gegen MSK Zilina und Prag mit einer B-Auswahl. Während sich die Hamburger nach der Partie in den Weihnachtsurlaub begeben, steht für die Briten bereits am Samstag wieder die Auswärtspartie bei West Ham United an. "Egal, wer da spielt", sagt Coach Jol, "die haben doch gar keine richtige B-Mannschaft, die sind alle stark."