2008.12.17 Neuss : Savchenko/Szolkowy mit veränderter Kür am Start

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy werden bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf mit einer veränderten Kür starten. Stefan Lindemann wagt sein Comeback.

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Aljona Savchenko (l.) und Robin Szolkowy

Die Einen bauen um, der Andere baut auf - für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy sowie Stefan Lindemann sind die deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf eine einzige Baustelle. Auf der der einstige Junioren-Weltmeister nach 20-monatiger Wettkampfpause wegen Adduktorenproblemen ein Comeback wagt: "Im Training klappen die Sprünge schon."

Bei den Chemnitzer Paarlauf-Weltmeistern hingegen klappten sie am vergangenen Wochenende beim Weltcup-Finale im südkoreanischen Goyang nicht. Prompt wurden die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer nur Dritte und kassierten die erste Niederlage seit mehr als einem Jahr.

"Wir bauen ein bisschen um"

Grund genug für den ehrgeizigen Coach, einige Kürelemente umzustellen. "Wir bauen ein bisschen um. Statt Dreifach-Salchow kommt möglicherweise der Doppel-Axel, den Wurf-Flip nehme ich vielleicht weiter nach vorne", sagte der 42-Jährige, der im Allgäu im Dauerstress steht. Denn in einem separaten Wettbewerb treten seine drei übrigen Paare aus der Ukraine, Kanada und der Schweiz gegeneinander an.

Doch während Savchenko/Szolkowy ihren sechsten nationalen Titel in Serie praktisch in der Tasche haben, geht es für Lindemann, vor vier Jahren in Dortmund umjubelter WM-Dritter, am Fuße des Nebelhorns um die sportliche Zukunft. Wenigstens Vize-Meister muss der Erfurter werden, um die vorolympische Saison im Januar 2009 bei den europäischen Titelkämpfen in Helsinki fortsetzen zu dürfen.

Dytrt will angreifen

Ähnlich wie dem mittlerweile 28 Jahre alten Lindemamnn könnte die jüngere Konkurrenz auch Annette Dytrt zu schaffen machen. Im vergangenen Jahr nur DM-Dritte unternimmt die gebürtige Tschechin mit ihrem neuen Trainer Michael Huth ihren möglicherweise letzten Anlauf Richtung internationale Bühne.

Und wohl weil die 25-Jährige zwingend Meisterin werden muss, um sich für die EM zu qualifizieren, redet sie der neue Coach ganz bewusst stark. Huth: "Ich weiß durch das gemeinsame Training, was sie zu leisten imstande ist. Positive Ansätze sind auf jeden Fall da."

Ähnlich ungefährdet wie Savchenko/Szolkowy sollten Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi (Chemnitz/Berlin) ihrem zweiten nationalen Titel entgegentanzen. Das überwiegend in Moskau trainierende Paar ist praktisch konkurrenzlos, da sich die Titelverteidiger Christina und William Beier aus Dortmund mittlerweile getrennt haben. Die 24-Jährige startet in Oberstdorf mit ihrem neuen Partner Tim Giesen.