2008.12.18 Neuss : Manipulationsverdacht bei Snooker-Championships

Beim Erstrunden-Spiel der UK Championships zwischen Stephen Maguire und Jamie Burnett soll es zu extrem hohen Umsätzen gekommen sein. Die Wetten wurden daraufhin annulliert.

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Stephen Maguire

Die derzeit laufenden UK Championships im Snooker werden von einem Verdacht auf einen Wettskandal überschattet. Wie der Weltverband WPBSA mitteilte, soll die Erstrundenpartie beim nach der WM zweitwichtigsten Turnier der Welt zwischen Stephen Maguire und Jamie Burnett womöglich manipuliert worden sein. Die WPBSA hat bereits Ermittlungen aufgenommen.

Nach Angaben des Weltverbandes hatte es bereits vor dem 9:3-Sieg Maguires Gerüchte über illegale Absprachen gegeben. Nachdem der Schotte 6:2 in Führung gegangen war, wurden so hohe Einsätze auf einen 9:3-Erfolg Maguires abgegeben, dass die Buchmacher die Wette annullierten. "Die Einsätze waren so auffällig, dass bei uns die Alarmglocken schrillten", sagte ein Buchmacher dem britischen Fernsehsender BBC.

Die Untersuchung der WPBSA konzentriert sich vor allem auf den zwölften Frame, als der unterlegene Burnett die entscheidende schwarze Kugel zum möglichen 4:8-Zwischenstand nicht versenkte.

Spielervernehmungen und Videoanalyse angekündigt

"Um den Fall aufzuklären, werden wir alle möglichen Informationen heranziehen", sagte ein Sprecher des Snooker-Verbandes: "Dazu gehört auch die Vernehmung der Spieler und Offiziellen sowie die Videoanalyse des Spiels."

Jamie Burnett wies alle Vorwürfe von sich und erklärte seinen entscheidenden Fehler mit dem ungeheuren Druck, der im entscheidenden Spielabschnitt auf ihm gelastet habe. "Ich wusste ja, dass es Gerüchte über eine Spielabsprache gegeben hatte", betonte Burnett: "Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Druck gespürt und als ich die Kugel verschossen hatte, hab ich mich unglaublich schlecht gefühlt."