2008.12.18 Neuss : "Mission Impossible" für Hertha in Piräus

Im letzten Spiel der UEFA-Cup-Gruppenphase gegen Olympiakos Piräus zählt für Hertha heute nur ein Sieg. Der griechische Meister ist daheim allerdings eine Macht.

phi
Stürmer Woronin fehlt Hertha im entscheidenden Spiel

Die Streithähne schließen Frieden, der Kapitän bleibt wohl an Bord, und die Spieler sind heiß sich auf die "Hölle von Piräus": Rechtzeitig zum entscheidenden UEFA-Cup-Spiel heute (20.45 MEZ/live im RBB) beim griechischen Meister Olympiakos Piräus hat Hertha BSC Berlin den Jahrmarkt der Eitelkeiten geschlossen und die volle Konzentration auf das Endspiel um den Einzug in die K.o.-Runde gelegt.

Hertha wird auf Sieg spielen

"Die Zwischenrunde wäre für uns ein großer Sprung. Wir wissen, wie wichtig dieses Spiel ist", sagte Trainer Lucien Favre. Nur ein Sieg bringt Hertha eine Runde weiter und würde die überraschend starke Hinrunde mit dem in der Bundesliga eroberten Champions-League-Platz drei krönen. Manager Dieter Hoeneß freut sich auf ein "richtig schönes Finalspiel, denn es geht um alles. So macht auch die Gruppenphase Spaß".

Das Unterfangen könnte auch den Untertitel "Mission Impossible" tragen. Seit anderthalb Jahren ist Olympiakos dank seiner fanatischen Anhänger im heimischen Karaiskakis-Stadion ungeschlagen. "Die Fans peitschen ihre Mannschaft nach vorne. Wer da spazieren geht, wird ausgepfiffen", sagte Stürmer Marko Pantelic, der dort als Profi bei Iraklis Saloniki seine Erfahrungen gemacht hat: "Wir müssen den Kampf annehmen. Die müssen Angst vor uns haben."

Kacar, Voronin und Fiedler fallen aus

Zur moralischen Unterstützung flogen auch die angeschlagenen Spieler mit. Zu Hause blieben jedoch die verletzten Gojko Kacar (Schienbeinprellung), Andrej Woronin (Fieber) und Ersatztorhüter Christian Fiedler (Mittelohrentzündung). Die lange Verletztenliste und die zuletzt hohe Belastung dürften jedoch "keine Ausreden" sein, forderte Nationalverteidiger Arne Friedrich: "Wir sind noch fit."

Für den Kapitän könnte vor dem Weihnachtsurlaub noch ein weiterer wichtiger Termin anstehen: die Vertragsunterzeichnung. Wie die Berliner Medien einstimmig berichteten, soll der 29-Jährige in Kürze einen Dreijahresvertrag unterzeichnen. Das sei das Ergebnis der Präsidiumssitzung am Dienstag, bei dem die Geschäftsführung um Manager Dieter Hoeneß ihr Finanzkonzept vorstellte. Dagegen wurde dem Brasilianer Junior Cesar, mit dem sich Hoeneß bereits über einen Wechsel in der Winterpause einig war, eine Absage erteilt.

Streit mit Hoeneß beigelegt

Auch über die Transferaktivitäten hatte es zuletzt zwischen Manager Hoeneß und Präsident Werner Gegenbauer Unstimmigkeiten gegeben, der öffentlich ausgetragene Streit drohte zu eskalieren. In einem Vier-Augen-Gespräch wurde nun zumindest die Basis für eine sachlichere Zusammenarbeit gelegt. "Wir wollen Hertha mit diesem Thema nicht weiter belasten und beide auf sachlicher Ebene den Blick nach vorne richten", erklärte Hoeneß.

Gegen Piräus muss Hertha auch auf dem Platz alle Kräfte bündeln. "Erst schlagen wir Berlin, dann feiern wir Weihnachten", sagte Olympiakos-Torhüter Antonios Nikopolidis selbstbewusst. Die Hoffnungen des griechischen Double-Siegers liegen vor allem auf dem Brasilianer Diogo, der vor der Saison für neun Millionen gekommen war.