2008.12.19 Neuss : Riesch knapp am Podest vorbei

Mit dem vierten Platz musste sich Maria Riesch zum Auftakt des Weltcups in St. Moritz begnügen. Ihre furiose Aufholjagd wurde nicht belohnt. Den Sieg holte sich Anja Pärson.

jha
Aufholjagd: Maria Riesch

Dank ihrer überragenden Slalom-Form hat Maria Riesch bei der Super-Kombination in St. Moritz die bereits verloren geglaubte Spitzenplatzierung doch noch erreicht. Mit der drittbesten Laufzeit fuhr die Partenkirchenerin im Slalom nach völlig verpatztem Super-G noch von Rang 25 auf Platz vier vor. Beim 39. Weltcup-Sieg der Schwedin Anja Pärson trennte Riesch nur eine Zehntelsekunde von der Dritten, der Schweizerin Fabienne Suter.

"Alle haben von mir hier eine Fahrt aufs Podium erwartet, auch ich selbst. Aber ich habe es im Super-G vergeigt. Dass es am Ende so knapp war, ist ärgerlich. Glücklicherweise geht es bei diesen Rennen nicht um Medaillen", sagte Riesch. Aber um den Gesamt-Weltcup. Dort machte Riesch fünf Tage nach ihrem Torlauf-Coup von La Molina Boden gut auf ihre Freundin Lindsey Vonn, die ausschied. Die Amerikanerin ist mit 438 Punkten vorne, Riesch weiter Dritte mit nun 378 Zählern hinter Tanja Poutiainen (Finnland/400).

"Ich will mich aber trotzdem nicht darüber freuen, dass Lindsey ausgeschieden ist. Sie tut mir ein bisschen leid", sagte Riesch. Die gemeinsamen Weihnachtsfeierlichkeiten in Partenkirchen können also ohne zwischenmenschliche Spannungen stattfinden, Rieschs Vater Sigi kündigte sogar Trost für Vonn an: "Sie bekommt beim Raclette einfach ein Stück Käse mehr."

"Ich ärgere mich maßlos"

Etwas Fürsprache hatten auch die beiden anderen Athletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) nötig. Für Gina Stechert (Oberstdorf) war der Super-G nach einem Fehler frühzeitig beendet. "Ich ärgere mich maßlos", sagte die 21-Jährige. Susanne Riesch holte als 24. immerhin noch Weltcup-Punkte, war aber auch "nicht ganz zufrieden".

Das galt auch für ihre ältere Schwester. Als sie beim Super-G an den Start ging, brummte ihr Schädel noch ein bisschen nach einem Sturz am Vortag, die Muskulatur im Hals- und Nackenbereich "spannte noch ein wenig", und die Sicht war aufgrund des Schneefalls schlecht. "Aber die Schuld lag trotzdem nur bei mir", sagte sie.

Die "Corviglia"-Piste war wegen der widrigen Verhältnisse stark verkürzt und verzieh Rieschs Fehler nicht. Vor dem Slalom lag sie auf Platz 25 - 1,67 Sekunden hinter der späteren Siegerin Pärson. Die gewann in einer Gesamtzeit von 1:41,87 Minuten mit 1,12 Sekunden Vorsprung vor Nicole Hosp aus Österreich.

Riesch haderte derweil noch mit ihrer Super-G-Form. "Da läuft es im Moment eben nicht", sagte sie, "vielleicht, weil ich im Sommer verstärkt andere Disziplinen trainiert habe." Schon am Samstag darf sie sich in der zweitschnellsten Weltcup-Disziplin erneut versuchen. Das für Sonntag angesetzte Rennen wurde mit der Abfahrt getauscht, weil im Nobel-Skiort keine baldige Wetterbesserung erwartet wird.