2008.12.19 Neuss : Rummenigge kündigt Personalentscheidungen an

Bayern München will Franck Ribery und Trainer Jürgen Klinsmann längerfristig binden. Bayern-Boss Rummenigge wirft dem 1. FC Köln falsches Verhalten im Podolski-Poker vor.

tr
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge

Bayern München will Franck Ribery und Trainer Jürgen Klinsmann längerfristig binden. "Ribery bleibt mindestens bis zum 30. Juni 2011 beim FC Bayern. Ich betone: Mindestens!", erklärte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz-Rummenigge in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Er ergänzte, der deutsche Rekordmeister werde im kommenden Sommer auch über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Klinsmann nachdenken.

Ribery soll nach dem Willen von Rummenigge seinen noch über zweieinhalb Jahre laufenden Vertrag auf jeden Fall erfüllen. Zuvor, versicherte er, werde "kein Angebot, kein Betrag der Welt" den FC Bayern dazu bringen, den Franzosen zu verkaufen. Tatsächlich soll der 25-Jährige unbedingt noch länger bleiben. "Wir werden im neuen Jahr versuchen, seinen Vertrag sogar über 2011 hinaus zu verlängern", sagte der Klub-Chef.

Auch über eine weitere Zusammenarbeit mit Klinsmann wollen die Bayern zeitnah sprechen. "Jürgen hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010. Ich denke, wir werden uns im nächsten Sommer konkrete Gedanken machen. Zudem schafft er es wirklich, jeden Spieler, der es auch von sich aus zulässt, fast Tag für Tag zu verbessern", lobte Rummenigge und versicherte: "Wir sind mit und vor allem dank Jürgen Klinsmann auf einem sehr guten Weg.

Vorwürfe an 1. FC Köln im Podolski-Poker

Rummenigge stellte zugleich in Aussicht, dass der für den Sommer geplante Wechsel von Nationalspieler Lukas Podolski bereits mit Beginn des neuen Jahres feststehen könnte, falls der 1. FC Köln mitspielt. "Wenn der 1. FC Köln uns ein akzeptables Angebot machen würde, wäre das sehr hilfreich für Lukas. Dann würden wir mit den Kölnern schon Anfang Januar den Transfer für den 1. Juli abschließen."

Zugleich hielt Rummenigge dem 1. FC Köln allerdings vor, den Transfer nicht mit letzter Entschlossenheit zu betreiben. "Wenn ich einen Spieler wirklich haben will, lasse ich es nicht an zwei oder drei Millionen scheitern. Sie haben erst Lukas den Kopf verdreht und versuchen nun aber nicht ansatzweise alles, um ihn zurück nach Köln zu holen. Sie wollen ihn - aber nur zu ihrem Preis." Diesen Preis hatte Manager Uli Hoeneß unlängst als "unsäglich" bezeichnet.

Sosa soll verliehen werden

Rummenigge schloss nicht aus, dass Podolski womöglich auch zu einem anderen Bundesligisten wechselt. Im Sommer, sagte er, hätten den Bayern Angebote von Manchester City und Tottenham vorgelegen, "die wesentlich höher dotiert waren, als die Summe, die wir nun von den Kölnern verlangen". Aber Podolski habe nicht ins Ausland gehen wollen. "Und jetzt gibt es nicht nur aus England, sondern auch aus der Bundesliga gute Angebote", ergänzte der Bayern-Boss.

In der Winterpause will der FC Bayern mit Ausnahme von Jose Ernesto Sosa, der ausgeliehen werden soll, keinen Spieler abgeben. Das gelte auch für Toni Kroos, sagte Rummenigge: "Wir sind nach wie vor von Toni Kroos überzeugt. Er ist ein großes Talent und kann seinen Weg beim FC Bayern gehen. Er erhält keine Freigabe von uns."