2009.01.10 Neuss : "Big George" feiert 60. Geburtstag

George Foreman hat nicht nur fünf Söhne, die alle ebenfalls George heißen, sondern heute auch Geburtstag. Der ehemalige Profibox-Weltmeister wird 60 Jahre alt.

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George Foreman hat Geburtstag

Der ehemalige Profibox-Weltmeister George Foreman feiert heute seinen 60. Geburtstag. "Big George" wurde durch seinen legendären Kampf gegen Muhammad Ali 1974 in Kinshasa, den "Rumble In The Jungle", weltberühmt und feierte im Alter von 45 Jahren 1994 ein sensationelles Comeback, als er Michael Moorer K.o. schlug. Bis heute ist er damit der älteste Schwergewichtsboxer, der einen WM-Gürtel erringen konnte.

Foreman stammt aus einfachsten Verhältnissen. Als Jugendlicher fiel er in Houston durch Diebstähle und Gewalttaten auf. Er entkam diesem Umfeld durch ein Jugendhilfsprojekt, wo er mit dem Boxen begann. Als Amateur wurde der 1,91 Meter große Foreman 1968 Olympiasieger im Schwergewicht.

K.o.-Sieg gegen Frazier

Am 22. Januar 1973 wurde er erstmals Profiweltmeister, als er in Kingston/Jamaika den bis dahin unbezwungenen Champion Joe Frazier in nur zwei Runden K.o. schlug. Er schickte Frazier bis zum Abbruch insgesamt sechsmal zu Boden.

Den Titel verlor der damals als arrogant und unnahbar geltende Foreman wieder am 30. Oktober 1974 in der berühmten Nacht von Zaire durch eine K.o.-Niederlage gegen Ali, die in dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm "When We Where Kings" dokumentiert ist.

Danach fand Foreman zu Gott. Er hängte seine Boxhandschuhe ein Jahr später an den Nagel und arbeitete als Prediger in Houston. Er engagierte sich für Waisenkinder und Hilfsbedürftige. Aus dem eher unsympathischen K.o.-Schläger wurde ein offener, witziger und charmanter Mann, der einen Großteil seines Vermögens spendete.

Seine Rückkehr in den Ring 1987 war vor allem finanziell motiviert. Eine erste WM-Chance 1993 konnte er gegen Tommy Morisson noch nicht nutzen, erst ein Jahr später schlug seine große Stunde, als er nach Punkten zurückliegend Moorer in der zehnten Runde voll erwischte. Bei seiner ersten Titelverteidigung gegen Axel Schulz im April 1995 halfen ihm allerdings die Punktrichter mit einem Skandalurteil.

Foreman merkte, dass seine Zeit im Ring endgültig zu Ende ging. Seinen letzten Kampf bestritt er am 22. November 1997 mit einer Punktniederlage gegen Shannon Briggs. Insgesamt hat er als Profi 81 Kämpfe bestritten, von denen er nur fünf verlor. 68 seiner 76 Siege erzielte er durch K.o.

Werbeikone "Big George"

Mehr Geld als in seiner gesamten Boxkarriere aber verdiente er als Werbeikone. Foreman ist inzwischen einer der populärsten TV-Persönlichkeiten in den USA. Insbesondere sein "Low Fat Grill" ist ein Dauer-Brenner, mehr als 150 Millionen Dollar soll der "Grillionär" damit eingenommen haben.

Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, war mit seiner Familie Star einer Doku-Soap und lebt auf einer Ranch in seinem Geburtsort Marshall/Texas. Weiterhin ist er auch als Pfarrer in der "Church Of Lord Jesus Christ" tätig und führt sein Jugendzentrum.

Foreman hat zehn Kinder von fünf Frauen. Alle seine fünf Söhne heißen übrigens ebenfalls George. Der ehemalige Boxer hat dafür eine einleuchtende Erklärung: "In meinem Job muss man mit Hirnschäden rechnen". Dieses Schicksal ist ihm erspart geblieben, Foreman hat viel Glück gehabt.