2009.01.13 Neuss : Michael Kraus: Muskelfaserriss bestätigt

Ein Einsatz von Michael Kraus im Auftaktspiel der Handball-WM gegen Russland steht nach der Diagnose Muskelfaserriss weiter in den Sternen.

twe1
Michael Kraus muss um den Einsatz gegen Russland bangen

Schlechte Nachricht für Bundestrainer Heiner Brand und Handball-Weltmeister Deutschland: Vier Tage vor dem deutschen Auftaktspiel bei der WM in Kroatien gegen Russland ist der Ausfall des Spielmachers Michael Kraus wahrscheinlich. Bei einer Kernspintomografie und Ultraschalluntersuchung bei Mannschaftsarzt Berthold Hallmaier in Rottenburg bestätigte sich am Dienstag die erste Diagnose eines Muskelfaserrisses in der linken Wade.

"Michael Kraus wird am Mittwoch mit uns nach Kroatien fliegen. Dann können wir sehen, wann seine Verletzung auskuriert und sein Einsatz wieder möglich ist. Die ersten WM-Spiele plane ich ohne ihn", sagte Brand. Deutschland trifft am Samstag auf Russland und einen Tag später auf Tunesien. Weitere Gegner in der Vorrunde in Varazdin sind Algerien (19. Januar), Mazedonien (21. Januar) und Vize-Weltmeister Polen (22. Januar).

Noch besteht Hoffnung

Mannschaftsarzt Hallmaier hat die Hoffnung auf einen Einsatz des 25-Jährigen zu Turnierbeginn hingegen noch nicht ganz aufgegeben. "Es wird alles für ihn getan. Ein Belastungstest kurz vor dem ersten Spiel wird über seinen Einsatz entscheiden", sagte Hallmaier dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Ein Ausfall des Lemgoers würde die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) schwer treffen. Mit dem unerfahrenen Martin Strobel (22 Jahre) und dem zuletzt im Nationaltrikot nicht überzeugenden Michael Haaß stehen Brand keine echten Alternativen zu Kraus zu Verfügung.

Kraus hatte die Verletzung am vergangenen Sonntag bei einem Vier-Länder-Turnier im abschließenden Spiel gegen Gastgeber Spanien (17:28) erlitten. Bei einer Computertomografie am Montagabend in Göppingen war bereits ein Muskelfaserriss festgestellt worden.

Gerade erst von Muskelfaserriss genesen

Der Spielmacher hatte erst in der vergangenen Woche im Abschiedsspiel für Markus Baur nach sechswöchiger Verletzungpause wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel sein Comeback gegeben. Selbst wenn er doch noch rechtzeitig fit werden sollte, würde ihm Spielpraxis fehlen.

Mit welchen Spielern Brand nun am Mittwoch nach Kroatien aufbrechen wird, war zunächst noch offen. Ursprünglich wollte er den Gummersbacher Sven-Sören Christophersen mitnehmen, doch nach der Verletzung von Kraus dürfte nun Mittelmann Haaß für den linken Rückraumspieler Christophersen in den 17er-Kader rutschen.

Bis eine Stunde vor der technischen Sitzung des Weltverbandes IHF am 16. Januar in Zagreb muss Brand dann mindestens 15 und höchstens 16 Akteure gemeldet haben. Nach der Vor- beziehungsweise Hauptrunde können jeweils noch zwei Spieler ausgetauscht werden.