2009.01.27 Neuss : Starke Bayern lassen Stuttgart keine Chance

Mit einer 1:5-Niederlage gegen Bayern München hat sich der VfB Stuttgart aus dem DFB-Pokal-Wettbewerb verabschiedet. Bayerns Franck Ribery verschoss zudem noch einen Elfmeter.

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Zweikampf zwischen Bayern Münchens Franck Ribery (r.) und dem Stuttgarter Roberto Hilbert

Bayern München ist dem erhofften Triple in beeindruckender Manier einen Schritt näher gekommen. Der deutsche Rekordmeister setzte sich im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Bundesliga-Konkurrenten VfB Stuttgart dank einer Gala-Vorstellung auch in der Höhe verdient 5:1 (3:0) durch und feierte damit einen perfekten Auftakt ins Jahr 2009.

Drei Tage vor dem Rückrunden-Auftakt in der Liga beim Hamburger SV konnte sich der Double-Gewinner des Vorjahres dabei sogar den Luxus erlauben, durch Franck Ribery einen Handelfmeter leichtfertig zu verschießen (22.).

"Wir waren viel zu ängstlich"

"Das ist sehr bitter für uns. Wir waren viel zu ängstlich und haben alles vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Wir sind vor Ehrfurcht erstarrt und haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden", sagte der Teamchef des VfB Stuttgart, Markus Babbel.

"In der Deutlichkeit hätte ich unseren Sieg nicht erwartet", erklärte Bayern-Coach Jürgen Klinsmann. "Wir hatten im Hinterkopf, die ersten 20, 25 Minuten zu überstehen. Die Mannschaft hat dann aber schnell kapiert, dass sie hier nach vorne spielen, Druck machen und Tore erzielen kann."

"Wir sind auf einem guten Weg"

"Wir wussten, dass wir gut drauf sind, haben unsere Qualitäten gezeigt und eine gute Leistung abgerufen. Wir sind auf einem guten Weg, können aber auch noch besser spielen", meinte Bayerns Bastian Schweinsteiger und Manager Uli Hoeneß ergänzte: "Das war Fußball, wie man sich ihn vorstellt." VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger konnte das von seiner Mannschaft nicht behaupten: "Das war ein ganz bitterer Abend für uns. Wir sind auf eine gute Mannschaft getroffen, aber wir haben alles vermissen lassen, so ein Spiel zu gewinnen."

Schweinsteiger (14. und 54. per Foulelfmeter), Ribery (16.), Luca Toni (43.) und Ze Roberto (59.) trafen für die bereits in Topform agierende und haushoch überlegene Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann gegen vor allem in der ersten Halbzeit völlig neben sich stehende Stuttgarter, die regelrecht überrollt wurden. Der VfB kam lediglich durch Mario Gomez (84.) zum Ehrentreffer.

"Ohne Mumm gespielt"

"Da fällt mir auch nichts mehr ein, was ich da noch schönreden soll. Wir waren viel zu weit weg vom Gegner und haben ohne Mumm gespielt", schimpfte VfB-Manager Horst Heldt bereits zur Pause: "Das ist unerklärlich. Der Gegner konnte schalten und walten." Bundestrainer Joachim Löw lobte den beeindruckenden Auftritt der Münchner: "Sie haben schnell und präzise gespielt. Man sieht, dass bei den Bayern die Automatismen viel besser laufen und sie enorm effizient sind."

Vor 55.500 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena ließen die Bayern von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie ins Viertelfinale einziehen werden. Bereits in der 14. Minute nutzten die Gäste einen dicken Patzer von Arthur Boka zur Führung. Der Ivorer vertendelte einen Ball gegen Schweinsteiger, der nach einem kurzen Antritt abzog und Lehmann aus spitzem Winkel mit seinem Schuss ins lange Eck überwand.

In der 16. Minute folgte gleich der nächste Treffer: Ribery nutzte die Verwirrung in der Defensive des VfB und schob nach Flanke von Philipp Lahm und Ablage von Toni aus kurzer Distanz zum 2:0 ein.

Ribery vergab weitere sechs Minuten später sogar den dritten Treffer. Der Franzose trat zum Strafstoß gegen Lehmann an, scheiterte aber mit seinem zu lässigen Lupferversuch am VfB-Torwart, der stehen geblieben war. Boka hatte den Ball zuvor beim Torschuss von Miroslav Klose mit dem Arm abgewehrt. Mit dieser etwas überheblichen Variante vom Punkt war Ribery zu Beginn der Vorsaison beim 4:0-Auswärtserfolg bei Werder Bremen zuletzt erfolgreich gewesen.

Zwei Stuttgarter Lattentreffer

Die Stuttgarter kamen trotz der leichtfertig vergebenen Großchance der Bayern auch danach nicht ins Spiel. Die meisten Angriffe der Babbel-Elf fingen die Gäste ohne größere Mühe ab. Möglichkeiten ergaben sich für die Hausherren, die zum Hinrunden-Abschluss in der Liga an gleicher Stelle den Bayern in der letzten Minute noch ein 2:2 abgetrotzt hatten, abgesehen von zwei Lattentreffer durch Mario Gomez (58.) und Ciprian Marica (74.) nicht.

Nach Tonis Treffer nach Vorarbeit von Ribery kurz vor dem Pausenpfiff setzten die Bayern die Demontage der Schwaben auch in der zweiten Hälfte fort. Zwar ließen es die Münchner nun etwas ruhiger angehen, dennoch reichte es gegen die demoralisierten Gastgeber noch zu Schweinsteigers zweitem Treffer per Elfmeter nach einem Lehmann-Foul an Ze Roberto (54.). Fünf Minuten später traf der Brasilianer dann selbst.