2009.01.30 Neuss : Bayern-Pleite durch Petric-Treffer

Auf dem Weg zur Titelverteidigung hat Bayern München beim Rückrunden-Auftakt einen herben Dämpfer verpasst bekommen. Der Rekordmeister verlor 0:1 (0:1) beim Hamburger SV.

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Franck Ribery im Zweikampf

Der Hamburger SV hat Meister Bayern München entzaubert und zumindest bis Samstag wieder die Tabellenspitze in der Bundesliga übernommen. Durch das neunte Saisontor von Mladen Petric (44.) behielten die Hanseaten im Nord-Süd-Schlager zur Rückrunden-Ouvertüre mit 1:0 (1:0) die Oberhand und setzten sich mit mit nunmehr 36 Punkten und einem Zähler vor Herbstmeister 1899 Hoffenheim (35). Die Bayern waren drei Tage nach der 5:1-Pokal-Gala beim VfB Stuttgart vor allem in der ersten Hälfte nicht wiederzuerkennen, ließen dann beste Chancen aus und kassierten die erste Niederlage seit vier Monaten und rutschten vorerst auf den dritten Tabellenrang ab.

Erstmals seit dem 27. September (0:1 bei Hannover 96) ging die Mannschaft von Trainer Jürgen Klinsmann in einem Bundesligaspiel wieder als Verlierer vom Platz. Der HSV ist indes zu Hause in dieser Saison weiter ungeschlagen.

Vor 57.000 Zuschauern in der seit Wochen ausverkauften Hamburger Arena markierte Petric kurz vor der Pause mit einem Abstauber das 1:0. Nachdem Bayern-Torwart Michael Rensing den vorangegangenen Schuss von David Jarolim nach vorne hatte abprallen lassen, war der Hamburger Top-Stürmer zur Stelle und brauchte nur noch einzuköpfen. Sehr zur Freude seines etatmäßigen Sturmpartners Ivica Olic, der das Spiel gegen seinen künftigen Arbeitgeber wegen einer Sperre von draußen verfolgen musste.

Auch ohne Olic waren die Norddeutschen von Beginn an die gefährlichere Mannschaft. Einen ersten Warnschuss gab Jonathan Pitroipa bereits nach zwei Minuten Richtung Bayern-Gehäuse ab, verfehlte das Ziel aber deutlich. Kurz darauf vereitelte Rensing die mögliche Führung für die Platzherren. Bei dem Schuss von Piotr Trochowski aus 18 Metern bekam der Schlussmann gerade noch die Finger an den Ball und lenkte diesen an den Pfosten (6.).

Auch in der Folgezeit blieben die Platzherren zunächst überlegen und kamen immer wieder zu aussichtsreichen Offensivaktionen. Allerdings scheiterte Paolo Guerrero im Laufduell gegen Lucio ebenso mit einer aussichtsreichen Chance wie kurz darauf Pitroipa, der gegen Philipp Lahm den Kürzeren zog.

Die beste Bayern-Chance vor der Pause hatte Luca Toni, dessen vermeintlicher Treffer in der 28. Minute jedoch wegen angeblichen Foulspiels von Schiedsrichter Knut Kircher zurückgepfiffen wurde, sehr zum Ärger von Bayern-Ikone Franz Beckenbauer, der ein "klares Tor" sah: "Es ist nicht die Aufgabe des Linienrichters, die Fahne zu heben, sondern die des Schiedsrichters, die Situation zu sehen. Er hat die bessere Position."

Nach dem Seitenwechsel ging die Partie dann ebenso munter weiter, als Petric nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff den Pfosten traf. HSV-Idol Uwe Seeler hatte sich schon in der Halbzeitpause beeindruckt gezeigt: "Die Mannschaft hat überhaupt keinen Respekt vor den Bayern. Das hat mir gut gefallen." Allerdings machte der Meister im zweiten Durchgang Druck und hatte erstklassige Möglichkeiten zum Torerfolg. Zunächst fischte HSV-Keeper Frank Rost einen Kopfball von Miroslav Klose gerade noch von der Linie (48.), dann ging ein Kopfball von Toni nur hauchdünn am Tor vorbei (69.). Der eingewechselte Tim Borowski (82.) schoss aus drei Metern freistehend den auf der Torlinie stehenden Jerome Boateng an.