2009.02.05 Neuss : 2. Handball-Bundesliga ab 2010/2011 eingleisig

Ab der Saison 2010/2011 wird die 2. Handball-Bundesliga nur ein- statt bisher zweigleisig ausgetragen. Zudem wurde eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens verabschiedet.

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Ab der Saison 2010 2011 wird die 2. Handball-Bundesliga eingleisig

Die 2. Handball-Bundesliga wird mit Beginn der Saison 2011/12 eingleisig und aus 20 Mannschaften bestehen. Diesen Beschluss fassten am Donnerstag die Geschäftsführer und Manager der Klubs aus der 1. und 2. Liga auf ihrer Mitgliederversammlung in Dortmund, wo sie zudem bereits für die kommende Saison eine Verschärfung des Lizenzierungsverfahrens verabschiedeten.

Die Grundlage für die eingleisige 2. Liga hatte der Deutsche Handballbund (DHB) im Juli 2008 geschaffen, als er der neuen Spielklassenstruktur zustimmte. Demnach wird es ab der Saison 2010/2011 nur noch drei oder vier Regionalligen höchstens zwölf Oberligen geben.

"Werden uns interessanter präsentieren können"

"Ich bin sehr froh, dass wir diesen wegweisenden Schritt getan haben. Vor allem die Zweitligaklubs leisten durch ihre Zustimmung einen historischen Beitrag zur weiteren positiven Entwicklung des Handballsports in Deutschland", sagte Reiner Witte, Präsident der Handball-Bundesliga. "Natürlich gibt es beim Ligenumbau Pro und Contra. Perspektivisch werden wir uns sportlich und wirtschaftlich sehr viel interessanter präsentieren können."

Durch die Eingleisigkeit der 2. Liga, die bisher aus einer Nord- und einer Südstaffel besteht, erwartet die Handball-Bundesliga mittelfristig eine Professionalisierung der Klubs und eine verbesserte Vermarktungssituation. Um die Budgets der Vereine in der Einführungsphase zu schonen, werden steigende Reisekosten durch die Solidaritätsgemeinschaft ausgeglichen.

Konkret soll die Einführung nach folgendem Modus verlaufen: Die Absteiger aus der 1. Liga sowie die Klubs bis einschließlich Platz neun der 2. Bundesligen Nord und Süd qualifizieren sich für die eingleisige 2. Bundesliga. Das Feld wird komplettiert durch die beiden bestplatzierten Klubs der Relegationsgruppe, die sich aus vier Drittligisten und den beiden Zehntplatzierten der zweiten Ligen zusammensetzt.

Bohmann: "Die Stellschrauben mussten justiert werden"

Eine wesentliche Ergänzung des Lizenzierungsverfahrens besagt, dass die Klubs quartalsweise nachweisen müssen, dass sie allen finanziellen Verpflichtungen gegenüber Spielern, Trainern und Angestellten, aber auch gegenüber den Sozialversicherungsträgern und Steuerbehörden, nachgekommen sind. "In der Liga herrscht Übereinstimmung darüber, dass die Stellschrauben justiert werden mussten. Deswegen bewerte ich den heutigen Beschluss auch als internen Schulterschluss", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga: "In der praktischen Anwendung können wir unsere Klubs kontinuierlicher und enger begleiten und bei relevanten Problemen auf die Verantwortlichen zugehen und einwirken."

Bei Verstößen ist weiterhin die Lizenzierungskommission für Sanktionen zuständig. Der Strafenkatalog reicht von einer Geldbuße, die bis zu 20.000 Euro betragen kann, über die Aberkennung von maximal 8 Pluspunkten, bis hin zur Lizenzverweigerung oder zum Lizenzentzug.