2009.02.06 Neuss : Funkel bleibt bis 2010 bei der Eintracht

Der Aufsichtsrat von Eintracht Frankfurt hat seine noch ausstehende Zustimmung zur Vertragsverlängerung mit Friedhelm Funkel gegeben, der damit zum Rekord-Trainer der Hessen wird.

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Friedhelm Funkel bleibt in Frankfurt

Friedhelm Funkel hat seinen Vertrag bei Bundesligist Eintracht Frankfurt vorzeitig bis Ende Juni 2010 verlängert und wird damit neuer Rekord-Trainer der Hessen: Der Aufsichtsrat der Eintracht segnete am Freitagabend erwartungsgemäß den in der vergangenen Woche gefassten Vorstandsbeschluss zur Verlängerung des Kontrakts mit Funkel ab und beendete damit das wochenlange Tauziehen um die Weiterbeschäftigung des 55-Jährigen.

"Der Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG hat heute in einer ordentlichen Sitzung am Rande der alljährlichen Klausurtagung den Vorstandsbeschluss vom 27. Januar 2009, den Vertrag mit Friedhelm Funkel um ein Jahr zu verlängern, einstimmig zugestimmt", hieß es in einer kurzen Pressemitteilung der Hessen.

Ribbeck wird als Rekordcoach abgelöst

Damit geht Funkel beim deutschen Meister von 1959 zu Beginn der kommenden Saison bereits in sein sechstes Jahr und löst bei der Eintracht am 2. Juli den früheren DFB-Teamchef Erich Ribbeck als Rekord-Coach ab. Ribbeck trainierte die Frankfurter vom 1. Juli 1968 bis 30. Juni 1973. Damit war "Sir Erich" exakt 1826 Tage Eintracht-Cheftrainer. Funkel, der sein Amt in Frankfurt am 1. Juli 2004 antrat, kommt am 2. Juli diesen Jahres auf 1827 Tage.

Aufsichtsratsboss Heribert Bruchhagen und Funkel hatten sich nach mehreren Gesprächen bereits in der vergangenen Woche auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Bruchhagen schätzt die unaufgeregte Art des gebürtigen Neussers und hatte sich bereits frühzeitig darauf festgelegt, mit Funkel auch in die kommende Spielzeit gehen zu wollen. "Er ist unsere Lokomotive, er ist nicht sprunghaft, er ist glaubwürdig. Die Spieler zweifeln keine Sekunde an ihm", sagte Bruchhagen.

Kritik am Trainerstab soll Zusammenarbeit nicht beeinträchtigen

Dass im neunköpfigen Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Herbert Becker vor allem wegen der Personalie Caio, der als teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte bei den Hessen seit einem Jahr nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommt, vermehrt Kritik am Trainerstab aufgekommen war, soll die zukünftige Zusammenarbeit laut Funkel aber nicht trüben.

"Egal wo man Trainer ist, es gibt immer Leute, die manche Dinge anders sehen, aber das ist ein völlig normaler demokratischer Vorgang", meinte Funkel. Dass von Seiten der Fans und von Teilen des Aufsichtsrats in den vergangenen Monaten immer wieder der Vorwurf aufkam, er sei ein Trainer alter Prägung, wurmt Funkel aber dennoch: "Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass mich das nicht ärgert. Aber es ist halt so wie mit einer Schallplatte, irgendwann fängt sie an zu leiern."