2009.02.06 Neuss : Karabatic-Transfer ist geplatzt

Der französische Welthandballer Nikola Karabatic bleibt beim THW Kiel. Ein Transfer des 24 Jahre alten Rückraumspielers zu den Rhein-Neckar Löwen scheiterte an der Ablöseforderung.

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Jubelt weiterhin für den THW Kiel: Nikola Karabatic

Der erste Millionendeal im Handball ist in letzter Minute doch noch geplatzt: Welthandballer Nikola Karabatic wird vorerst beim deutschen Rekordmeister THW Kiel bleiben und nicht zum Bundesliga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen wechseln. Das teilte THW-Manager Uwe Schwenker nach einem Gespräch der Kieler Klubführung mit dem 24 Jahre alten Rückraumspieler am Freitagmittag mit. Demnach hätten die Löwen ihr Angebot für den Topstar von Weltmeister Frankreich zurückgezogen.

"Nikola ist ein immens wichtiger Spieler für uns. Wenn es nach uns geht, wird er die nächsten dreieinhalb Jahre beim THW bleiben", sagte Schwenker mit Blick auf den bis 2012 gültigen Vertrag des Spielers. Das habe man auch Karabatic in der 45-minütigen Unterredung auf der THW-Geschäftsstelle mitgeteilt.

"Die Ablöseforderung des THW Kiel ist utopisch"

Löwen-Geschäftsführer Thorsten Storm hatte zuvor erklärt, dass man sich zwar mit dem Spieler über einen Wechsel prinzipiell einig, in der Frage der Ablösesumme jedoch nicht mit den Kielern auf einen Nenner gekommen sei. Spekuliert wurde über zwei bis drei Millionen Euro.

"Die Ablöseforderung des THW Kiel ist utopisch", sagte Storm der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts. Er habe deshalb seinem Kieler Amtskollegen abgesagt: "Alle anderen Dinge sind Sache des THW Kiel und nicht der Rhein-Neckar Löwen." Ein Transfer zu den kolportierten Konditionen hätte alle bisherigen Dimensionen der Handball-Bundesliga gesprengt. Als bislang teuerster Transfer eines Bundesligisten gilt die Verpflichtung der SG Flensburg-Handewitt von Alen Muratovic vor dieser Saison für geschätzte 700.000 Euro von BM Valladolid.

Karabatic hätte es vor allem wegen des künftigen Löwen-Trainers Noka Serdarusic zum aktuellen Bundesligafünften gezogen, mit dem Karabatic seit den gemeinsamen Kieler Zeiten praktisch eine Vater-Sohn-Beziehung verbindet.

"Wenn es die Möglichkeit gibt, möchte ich gerne mit Noka weiterarbeiten", hatte Karabatic noch vor wenigen Tagen gesagt. Er hatte dabei betont, er habe seinen Vertrag beim Rekordmeister im Jahr 2007 nur verlängert, weil man ihm garantiert habe, dass Serdarusic Trainer bleibe. Schwenker behauptet dagegen, diese Vereinbarung habe es nie gegeben.