2009.02.06 Neuss : Phelps nach Marihuana-Konsum drei Monate gesperrt

Der Konsum von Marihuana kommt Schwimmstar Michael Phelps teuer zu stehen. Der US-amerikanische Schwimmverband belegte den Rekord-Olympiasieger mit einer dreimonatigen Sperre.

us
Strafe für Michael Phelps

"Goldfisch" Michael Phelps muss sich in den nächsten drei Monaten vom Schwimmbecken fernhalten. Der nationale Verband USA Swimming hat auf die Wasserpfeifen-Affäre des erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten reagiert und den 23-Jährigen bis Mai gesperrt.

Diese Maßnahme soll ein "deutliches Signal" an den ins Zwielicht geratenen Nationalhelden sein, der "so viele Menschen enttäuscht hat, vor allem die jungen Schwimmer, die zu ihm als Vorbild und Held aufblicken", hieß es in der offiziellen Stellungnahme des Verbandes.

Auch finanzielle Unterstützung gestrichen

Obwohl Phelps Rauschgift-Konsum offiziell kein Dopingvergehen ist, verbietet USA Swimming dem achtfachen Olympiasieger von Peking bis Mai wegen des "Verstoßes gegen den Verhaltenskodex" nicht nur die Teilnahme an Wettkämpfen, sondern streicht auch seine finanzielle Unterstützung.

Zudem ist das Image des Ausnahmesportlers, der aktuell sieben Weltrekorde hält, dermaßen angekratzt, dass auch der erste hochkarätige Sponsor seine Unterstützung beendet hat. Die Lebensmittelmarke Kellogg's reagierte auf den Skandal mit der Nachricht, man werde den Ende Februar auslaufenden Werbe-Deal nicht verlängern. "Michaels jüngstes Verhalten stimmt nicht mit dem Image von Kellogg's überein", sagte Unternehmenssprecherin Susanne Norwitz.

Was die Dauer der Sperre angeht, kann Phelps gut mit der Entscheidung leben. Denn der US-Verband hat seinem Superstar trotz der Sanktion die Tür zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Rom vom 18. Juli bis 2. August weit offen gelassen. Denn qualifizieren muss Phelps sich bei den US-Meisterschaften in Indianapolis - und die finden erst Anfang Juli statt.

"Das war dumm"

Der Sünder selbst hatte schon längst seinen Fehler eingestanden und Reue gezeigt. "Das war dumm und wird nicht wieder passieren. Ich werde aus meinen Fehlern lernen und ein besserer Mensch werden", hatte Phelps Tageszeitung Baltimore Sun gesagt. Auch die Sanktion akzeptierte Phelps umgehend. "Er hat versprochen, sich unser Vertrauen wieder zu erarbeiten", verkündete der Verband.

Dabei war das Bild von Phelps, das ihn beim Inhalieren mit einer Glaspfeife zeigt und am 6. November bei einer Party auf dem Gelände der Universität South Carolina aufgenommen worden sein soll, nicht der erste Skandal um seine Person. Nach den Olympischen Spielen 2004 in Athen, wo der damals 19-Jährige sechsmal Gold und zweimal Bronze gewann, war er wegen Trunkenheit am Steuer zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.