2009.02.09 Neuss : Bruchhagen mahnt Fans zur Vernunft an

Die schweren Stürze zweier Anhänger in Frankfurt und Dortmund hat Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen als Anlass genommen, die Fans zur Vernunft anzumahnen.

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Eintracht-Vorstandsboss Heribert Bruchhagen

Nach dem schweren Sturz eines Fans von Bundesligist Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln (2:2) vom Zaun der Westkurve hat Vorstandsboss Heribert Bruchhagen den Anhängern ins Gewissen geredet. "Ich kann nur an die Fans appellieren, dass sie aus diesen Vorfällen lernen und nicht auf die Zäune steigen", sagte Bruchhagen, der aber "auf keinen Fall einen Polizeistaat im Stadion" haben will.

Frankfurt-Fan Kai G. aus der Ultra-Gruppierung "Binding-Szene" hatte kurz vor dem Anpfiff auf dem Tribünenzaun gesessen und versucht, ein Transparent abzuhängen. Dabei verlor er offenbar das Gleichgewicht und stürzte mehrere Meter in die Tiefe. Der Anhänger war nach dem Sturz auf den Kopf kurz bewusstlos, wurde dann ins Krankenhaus gefahren und noch am Samstagabend wegen der Kopf- und Wirbelverletzungen operiert. "Sein Zustand ist stabil, er ist außer Lebensgefahr", sagte Eintracht-Pressechef Carsten Knoop.

Erinnerungen an ähnlichen Fall in Dortmund wurden wach

Bei Trainer Friedhelm Funkel, der sich vor Bekanntwerden des Zwischenfalls noch wunderte, warum die Fans sein Team in der ersten Halbzeit nicht wie gewohnt unterstützt hatten, wurden dabei ebenso wie bei den Fans Erinnerungen an den tödlichen Zwischenfall in Dortmund Ende Januar wach.

Vor dem DFB-Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen (1:2) war ein offenbar unter Alkoholeinfluss stehender 21-Jähriger beim Versuch, über ein Geländer zu klettern, rund sieben Meter in die Tiefe gestürzt und hatte sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen. Noch am Unfallort wurde er von Rettungskräften versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Weg in die Klinik erlag er jedoch seinen schweren Verletzungen.