2009.02.09 Neuss : Svindal holt Gold in der Super-Kombination

Aksel Lund Svindal aus Norwegen hat die Super-Kombination bei den 40. alpinen Weltmeisterschaften in Val d'Isere gewonnen. Bode Miller schied nach einem Einfädler aus.

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Goldmedaille für Aksel Lund Svindal

Der Titelverteidiger im Koma, der Topfavorit ausgeschieden, und der Olympiasieger disqualifiziert: Aksel Lund Svindal hat die Gunst der Stunde genutzt und bei der alpinen Ski-WM in Val d'Isere überraschend Gold in der Super-Kombination gewonnen. Während Daniel Albrecht (Schweiz) noch in der Innsbrucker Uni-Klinik liegt, und Benjamin Raich aus Österreich sowie der Amerikaner Ted Ligety scheiterten, wurde der Norweger zum dritten Mal Weltmeister.

Anders als bei seinen beiden Siegen in Abfahrt und Riesenslalom vor zwei Jahren im schwedischen Are war Svindal diesmal kein heißer Gold-Anwärter. Doch mit der Bestzeit in der Abfahrt legte der 26-Jährige den Grundstein zu seiner zweiten Medaille in Frankreich nach Bronze im Super-G. "Ich dachte nur: 'Du musst das einfach runterbringen', während ich versuchte, überhaupt nicht nachzudenken. Es war sehr schwierig", sagte Svindal.

Svindal vor Lizeroux und Zrncic-Dim

Im Finale führte lange der Franzose Julien Lizeroux, der nach der Abfahrt 22. gewesen war. Weil zunächst der Abfahrtsvierte Jean-Baptiste Grange (Frankreich) ausschied und dann auch noch Bode Miller scheiterte, der nach der Schussfahrt nur 0,04 Sekunden hinter Svindal lag, war Lizeroux dem Gold ganz nahe. Mit einem wilden "Ritt", bei dem er mehrmals sehr nahe am Aus vorbeischrammte, carvte Svindal aber noch auf Rang eins - 0,90 Sekunden vor Lizeroux. Dritter wurde Natko Zrncic-Dim (Kroatien/1,58 Sekunden zurück). Der einzige deutsche Starter, Speedspezialist Stephan Keppler (Ebingen), belegte mit 4,82 Sekunden Rückstand Platz 20.

Aksel Lund Svindal, der seinen Mittelnamen Lund zu Ehren seiner früh verstorbenen Mutter trägt, hatte die Konkurrenz schon bei der Abfahrt auf der wegen Schneefalls und schlechter Sicht um 540 Meter verkürzten Piste "Face de Bellevarde" geschockt. In 1:30,99 Minuten legte er eine starke Bestzeit vor, an die nur Miller annähernd heran kam. Doch der Amerikaner, gewöhnlich ein viel besserer Torläufer als Svindal, verschenkte den Sieg mit einem "Einfädler" im Mittelteil.

Vor Miller waren bereits weitere Favoriten an eigenen Fehlern oder der anspruchsvollen Piste gescheitert. Millers Landsmann Ligety wurde nach der Abfahrt disqualifiziert, weil eine Bindungsplatte auf seinem Ski 0,15mm zu hoch war. Raich war nach rund einer Minute Fahrzeit ausgeschieden, Albrecht liegt nach seinem Trainingssturz am 22. Januar in Kitzbühel verhindert noch im künstlichen Tiefschlaf.

Kostelic muss passen

Weil auch noch Ivica Kostelic (Kroatien), 2006 Olympia-Zweiter, wegen Rückenbeschwerden passen musste, war der Weg frei für Svindal. Der setzte die Tradition der "Super-Elche" Kjetil-Andre Aamodt und Lasse Kjus fort und holte das fünfte Kombi-Gold für Norwegen.

Die Veranstalter hatten vor Rennbeginn ganze Arbeit geleistet. So schafften sie drei zusätzliche Flutlichtmasten für bessere Sicht an die "Face" und brachten den über Nacht gefallenen Neuschnee von der Piste. Um den Wettbewerb nicht zu gefährden, wurde außerdem der Start der Abfahrt von 2705m auf 2550m nach unten verlegt - und die Strecke somit um rund 35 Fahrsekunden verkürzt.

"Oben sind noch einmal ein, zwei Zentimeter Neuschnee gefallen. Da hätten wir nicht garantieren können, dass wir pünktlich starten. Außerdem wäre es nicht fair gewesen", sagte FIS-Renndirektor Günter Hujara. Die Rennläufer unterstützten diese Entscheidung geschlossen und bestätigten unisono, dass die Piste sehr gut zu befahren war.