2009.02.10 Neuss : U21 startet mit Rückendeckung ins EM-Jahr

Die deutsche U21 tritt mit reichlich Selbstvertrauen und Rückendeckung von Joachim Löw zum ersten Testspiel im EM-Jahr am heutigen Dienstag in Cork gegen Gastgeber Irland an.

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Horst Hrubesch bekommt Unterstützung von Joachim Löw

Mit großem Selbstvertrauen und einer Extra-Motivation von Bundestrainer Joachim Löw startet die deutsche U21 ins Unternehmen EM-Titel. Am Tag vor dem Abflug zum ersten Test des Jahres in Cork gegen Gastgeber Irland (heute, 20.30 Uhr/live im DSF) sagte Löw U21-Coach Horst Hrubesch die uneingeschränkte Rückendeckung für die EM-Endrunde im Juni in Schweden zu. Damit heizt der Bundestrainer auch den Kampf um die Plätze im EM-Kader zusätzlich an.

"Dieses Turnier genießt bei uns eine höhere Priorität als die Asienreise der Nationalmannschaft", sagte Löw am Sonntag: "Wir haben besprochen, dass die U21 für die EM unsere volle Unterstützung bekommt. Wenn Horst Hrubesch einen Spieler haben möchte, der auch für die Asienreise in Frage kommt, dann wird er ihn für die EM bekommen".

Dies spielt Hrubesch in mehrerer Hinsicht in die Karten. Zum einen hatte der Europameister von 1980, der im Vorjahr die U19 zum EM-Titel geführt und somit eine 16-jährige Durststrecke des DFB beendet hatte, vollmundig erklärt, man werde "definitiv um den Titel spielen".

Chancen mit Marin und Co. größer

Mit Unterstützung aus dem A-Team steigen die Chancen enorm. Aus Löws Kader für das Länderspiel am Mittwoch gegen Norwegen sind in Marko Marin (Borussia Mönchengladbach), Andreas Beck (1899 Hoffenheim), Mesut Özil (Werder Bremen) und Serdar Tasci (VfB Stuttgart) vier Spieler noch für die U21 spielberechtigt. Auch Tascis Klubkollege Sami Khedira und Benedikt Höwedes (Schalke 04), die in Irland dabei sind, gehören schon zum Blickfeld des Bundestrainers. Die übrigen Junioren werden sich in Irland besonders beweisen müssen. "Die Jungs müssen jetzt zeigen, dass sie unbedingt zur EURO wollen", mahnte Hrubesch und forderte damit ein klares Signal von allen Jungprofis.

Zu den vier "Schatten-Männern" aus Löws Kader kommen noch mehrere Kandidaten für die EM. So die diesmal fehlenden Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Aaron Hunt (Bremen) und Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg).

Oder auch diesmal noch nicht berücksichtige Talente wie 11-Millionen-Mann Savio Nsereko (West Ham United), der im Sommer von Gladbach zu Bayern München wechselnde Alexander Baumjohann oder der im Winter nach Stuttgart gewechselte Kapitän der U19-Europameister, Timo Gebhart.

In den vergangenen Jahren war die U21 ein zuverlässiger Zulieferer ans A-Team (Löw: "Eine wichtige Schnittstelle"), die Turnierbilanz der ausgebluteten Junioren-Jahrgänge war aber entsprechend verheerend.

Die Asien-Reise des A-Teams nach Saisonende mit Spielen in Shanghai gegen China und Abu Dhabi gegen die Vereinigten Arabischen Emirate dient jedoch vor allem Imagegründen. Deshalb sieht Löw in der EM eine wertvollere Erfahrung für potenzielle Auswahlspieler und verspricht sich vom Auftreten unter Wettkampfbedingungen offenbar nützlichere Erkenntnisse.

Jetziger Kader hat Potenzial

Hrubesch, der am 1. Juli von Rainer Adrion abgelöst wird, erhält also zusätzliche Alternativen. Doch auch der aktuelle Kader hat selbst nach der Absage des Leverkuseners Gonzalo Castro Potenzial.

13 der 17 nominierten Spieler kamen am Wochenende in der 1. oder 2. Liga zum Einsatz, zwei erzielten ein Tor, Schalke-Torhüter Manuel Neuer hielt beim 1:0 gegen Bremen überragend. "Wenn wir unser Potenzial abrufen, können wir gegen jeden Gegner bestehen", sagt Hrubesch, der am Dienstag "robuste und kampfstarke" Iren erwartet.