2009.02.12 Neuss : Fans und Kollegen sorgen sich um "Schumi"

Michael Schumachers erneuter Crash auf zwei Rädern hat die Kollegen auf den Plan gerufen. "Wenn er Lust hat, sich sein Genick zu brechen, dann soll er weitermachen", so Max Biaggi.

ero1
Michael Schumacher auf zwei Rädern

Nach dem bisher schlimmsten Sturz von Michael Schumacher mit dem Motorrad fordern zahlreiche Fans, Medien und Motorsportler den Formel-1-Rekordweltmeister zur Aufgabe seines riskanten Hobbys auf. Obwohl er auch beim erneuten Crash im spanischen Cartagena mit Prellungen und Schürfwunden davonkam, befürchten viele, "Schumi" riskiere auf zwei Rädern sein Leben.

"Wenn er Lust hat, sich mit 40 Jahren sein Genick zu brechen, dann soll er weitermachen", sagte der viermalige Motorrad-Weltmeister Max Biaggi und betonte: "Motorradfahren ist ein gefährliches Hobby." Der Berliner Kurier forderte am Donnerstag in dicken Lettern: "Schumi, lass den Scheiß!"

"Er riskiert mehr als zu seiner Zeit als Formel-1-Fahrer"

Der ehemalige Formel-1-Pilot und heutige Premiere-Experte Marc Surer vermutet bei Schumacher zu viel Risiko und Leichtsinn. "Ich verstehe nicht, dass er jetzt mehr riskiert als zu seiner Zeit als Formel-1-Fahrer", sagte der Schweizer in einer sid-Umfrage unter Motorsportlern: "Aber was wäre das Leben, wenn man nicht das machen kann, was einem Spaß macht?"

Trotz inzwischen fünf mehr oder minder heftigen Stürzen in seiner noch jungen Zweirad-Karriere schließt Schumachers Sprecherin Sabine Kehm ein Ende des Motorrad-Abenteuers nahezu aus. "Ich glaube nicht, dass er deshalb damit aufhört. Es ist ja nichts Schwerwiegendes passiert", meinte Kehm und relativierte Berichte spanischer Medien, wonach der siebenmalige Weltmeister bewusstlos gewesen sei. "Er war sicher etwas benommen, und für den direkten Moment nach dem Sturz kann niemand ausschließen, dass er nicht kurz bewusstlos war. Aber die Meldungen, er sei bewusstlos abtransportiert worden, gehen zu weit."

Bruder Ralf erleichtert

Schumacher selbst gab ebenfalls Entwarnung. Er sei "vielleicht nicht so gelenkig wie sonst, aber alle Checks haben ergeben, dass mir ansonsten nichts passiert ist", sagte "Schumi", der im Krankenhaus umgehend untersucht wurde, nach fünf Stunden aber bereits wieder zur Familie an den Genfer See zurückkehren durfte.

Sein Bruder Ralf war erleichtert. "Es ist ihm glücklicherweise nichts passiert. Ich habe mit ihm gesprochen. Es ist alles okay", sagte der DTM-Pilot, der sich keine großen Sorgen um den großen Bruder macht: "Ich bin sicher, Michael weiß, was er tut, wenn er einem Hobby frönt."

Danner: "Michael ist nicht lebensmüde"

Auch Ex-Formel-1-Pilot und RTL-Kommentator Christian Danner vertraut dem Kerpener: "Es tut immer weh, wenn man runterfällt. Aber Michael ist nicht lebensmüde und weiß genau, was er zu tun hat. " Helmut Bradl sieht sich durch Schumachers Stürze "bestätigt, dass Motorradfahren nicht so einfach ist. Ans Limit zu gehen, ist beim Motorradfahren eben schmerzhafter als in der Formel", sagte der frühere Motorrad-Vizeweltmeister und Vater des heute besten deutschen Fahrers Stefan Bradl: "Aber ich bin beeindruckt, dass er trotzdem immer wieder ans Limit geht."

Waldmann: "Ein kleiner Ausrutscher"

Ralf Waldmann hat den Unfall vor Ort gesehen. "Das war ein kleiner Ausrutscher", meinte der zweimalige Motorrad-Vizeweltmeister und glaubt nicht, dass Schumacher aufhören sollte: "Er ist superschnell, und es ist gut für unseren Sport, dass er Motorrad fährt."

Der Rekordweltmeister war am Mittwoch bei Testfahrten für das IDM-Team Holzhauer Racing mit einer bis zu 260km/h schnellen Honda Fireblade beim Anbremsen von der Strecke abgekommen und in einen Reifenstapel gekracht.