2009.02.12 Neuss : Verwirrung um Figges Atlantik-Überquerung

Berichte zur Atlantik-Überquerung der Langstreckenschwimmerin Jennifer Figge haben sich als Fehlinformation erwiesen. Die 56-Jährige hatte lediglich eine Teilstrecke bewältigt.

dek
Keine Bestmarke durch Figge

Meldungen über eine Atlantik-Überquerung der Langstreckenschwimmerin Jennifer Figge als erste Frau der Geschichte haben sich als falsch entpuppt. Medien weltweit hatten berichtet, die 56-Jährige habe den Ozean von der Inselgruppe Kap Verde vor der Westküste Afrikas zur Karibikinsel Trinidad durchschwommen und damit eine Wasserstrecke von rund 3000 Kilometern zurückgelegt. Tatsächlich schwamm die US-Amerikanerin in 25 Tagen aber nur einen Teil der Distanz, den Rest bewältigte sie an Bord eines Riesen-Katamarans.

Die exakt geschwommene Strecke habe man noch nicht berechnet, man gehe unter Einbezug der Wetter- und Strömungsverhältnisse von etwa 250 Meilen (400 Kilometer) aus, sagte Figge-Sprecher David Higdon am Dienstag der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP). "Ich hatte nie vor, die gesamte Strecke zu schwimmen", erklärte Figge ein paar Tage nachdem sie sich bereits für ihre Leistung weltweit hatte feiern lassen.

Statt Atlantik-Überquerung "nur gebadet"

Zweifel an dem Rekord waren allerdings schon vor einigen Tagen aufgekommen. So hätte Figge zur Überquerung des Atlantischen Ozeans in 25 Tagen acht Stunden täglich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h schwimmen müssen.

Figge gab zu, große Teile der Reise gemeinsam mit Freunden an Bord eines luxuriösen Riesen-Katamarans zugebracht und an einem Tag sogar nur 21 Minuten lang "gebadet" zu haben. Offenbar waren die Fehlinformationen über eine Komplett-Durchquerung durch einen Sprecher der Familie in Umlauf geraten.

Bisher haben lediglich zwei Schwimmer den Atlantik durchschwommen: 1994 der Franzose Guy de Lage und vier Jahre später sein Landsmann Benoit Lecomte (1998).