2009.02.15 Neuss : Ex-Oldenburger Hawrylewicz verstorben

Der ehemalige Oldenburger Zweitliga-Profi Jerzy Hawrylewicz ist tot. Der Pole, der nach einem Herzinfarkt 17 Jahre im Wachkoma lag, verstarb am Freitag.

twe1
Ehemaliger Zweitliga-Profi Hawrylewicz verstorben

Fast 17 Jahre lag er im Wachkoma, am vergangenen Freitag ist der ehemalige Zweitliga-Profi Jerzy Hawrylewicz gestorben. Am 20. April 1992 hatte der ehemalige Profi des VfB Oldenburg bei einem Spiel der zweiten Mannschaft einen Herzinfarkt erlitten, konnte durch Mund-zu-Mund-Beatmung zwar reanimiert werden, doch für eine vollständige Gesundung war es zu spät: Hawrylewiczs Gehirn war acht Minuten ohne Sauerstoffversorgung geblieben und hatte bleibende Schäden davongetragen.

1987 war Hawrylewicz aus Polen geflohen und danach zum damaligen Amateur-Oberligisten VfB Oldenburg gewechselt. Schon nach kurzer Zeit avancierte er dort zum Leistungsträger und war in der Saison 1989/1990 mit 15 Treffern maßgeblich am Aufstieg der Oldenburger in die 2. Liga beteiligt.

Pflege im eigenen Haus

Nach einer längeren Verletzungspause wollte der zu diesem Zeitpunkt 33-Jährige in der Oldenburger Reserve Spielpraxis sammeln. Gepflegt wurde Hawrylewicz nach seiner Entlassung aus der Reha von seiner Frau Ewa, einer gelernten Krankenschwester, und seinen drei Kinder zu Hause. "Wir haben uns mit der Situation arrangiert und sie akzeptiert", sagte seine Ehefrau im Jahr 2005 der Nordwestzeitung: "Und wir bekommen viel Hilfe von Freunden und ehemaligen Sportkollegen."

Regelmäßig hatten Hawrylewicz' ehemalige Teamkollegen Benefizspiele für die Familie organisiert, auch der ehemalige polnische Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski und der deutsche Rekordmeister Bayern München hatten sich engagiert. Noch im vergangenen Jahr gab es ein Spiel zwischen dem ehemaligen Zweitligisten und einer Auswahl ehemaliger polnischer Nationalspieler.

Erhöhte mediale Aufmerksamkeit für Hawrylewicz hatte es 2005 gegeben, als es in den USA eine hitzige Diskussion um den Fall der Wachkoma-Patientin Terri Schiavo gab. Bei Schiavo war auf Antrag ihres Mannes und nach einem mehrjährigen Rechtsstreit die Ernährungssonde entfernt worden, sie starb 13 Tage später an Wassermangel.