2009.02.18 Neuss : Knappe Stuttgarter Niederlage in St. Petersburg

Trotz einer 1:2-Hinspiel-Niederlage bei Zenit St. Petersburg hat der VfB Stuttgart weiter alle Chance auf das Achtelfinale im UEFA-Cup. Mario Gomez traf für die Schwaben.

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Umkämpftes Duell: Roberto Hilbert gegen Danny (l.)

Der VfB Stuttgart darf dank Mario Gomez weiter vom Einzug ins Achtelfinale des UEFA-Pokals träumen. Zwar kassierte die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel bei Titelverteidiger Zenit St. Petersburg eine 1:2 (1:2)-Niederlage, hat sich aber dank des Auswärtstores des Nationalstürmers eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 26. Februar geschaffen. Ein 1:0-Sieg würde den Schwaben zum Weiterkommen reichen.

"Vom kämpferischen Engagement ein großes Kompliment für meine Mannschaft, vom Ergebnis her kann ich nicht ganz zufrieden sein. Das waren zwei unnötige Gegentore. Man darf sich nicht so leichtfertig den Erfolg aus der Hand nehmen lassen", sagte Babbel, gab sich aber zuversichtlich: "Ich hoffe, dass wir das im Rückspiel noch umbiegen können. Es liegt nur ans uns."

Die Tore zum durchaus verdienten Sieg der Russen erzielten der in der Winterpause vom Bundesliga-Konkurrenten Hannover 96 zu Zenit gewechselte Szabolcs Huszti (2.) und Anatolij Timoschtschuk (45.), dessen Wechsel im Sommer zu Bayern München vor der Begegnung endgültig perfekt gemacht worden war. Gomez hatte in der 15. Minute zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen.

Schwierige Bodenverhältnisse im "Eisschrank"

Vor 17.585 Zuschauern erwischten die Gastgeber im "Eisschrank" Petrowski-Stadion einen Traumstart. Der ungarische Nationalspieler Huszti war aus kurzer Distanz zur Stelle, nachdem Jens Lehmann im Tor der Schwaben einen Schuss von Igor Semschow nur hatte abklatschen können.

Babbels Mannschaft, mit bislang sieben Punkten aus drei Spielen beste Rückrundenelf der Bundesliga, steckte den frühen Rückstand auf dem seifigen "Acker" jedoch schnell weg. Gomez nutzte die erste Chance mit einem Linksschuss aus 16 Metern zum Ausgleich. Der deutsche Nationalstürmer, der 2009 in jedem Pflichtspiel traf, erzielte bereits sein achtes Europapokaltor der laufenden Saison. Sportdirektor Horst Heldt lobte Gomez in der Halbzeit für ein "überragendes Spiel" und bezeichnete den 23-Jährigen als "besten Mann auf dem Platz".

In der Folge entwickelte sich bei Temperaturen von minus fünf Grad und Schneefall eine ausgeglichene Begegnung. Da beide Mannschaften auf dem schwer bespielbaren Untergrund zunächst kaum Akzente setzen konnten, fiel die erneute Führung der Gastgeber etwas überraschend in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Zenit-Kapitän Timoschtschuk, der kurz vor dem Ende seine dritte Gelbe Karte im Wettbewerb kassierte und damit im Rückspiel fehlt, traf mit einem sehenswerten Distanzschuss unhaltbar für Lehmann in den Winkel.

"Eigentlich dämlich. Wir haben den Ball in der gegnerischen Hälfte und laufen in einen Konter rein. Da haben wir uns um den Lohn unserer Arbeit gebracht", sagte Heldt und forderte: "Die Mannschaft muss cleverer auftreten, mit Köpfchen spielen."

Stuttgart in der zweiten Hälfte unter Druck

Doch der VfB geriet in der zweiten Halbzeit mächtig unter Druck. Viermal hatte allein Pawel Progrebnjak das dritte Tor für St. Petersburg auf dem Fuß, zudem brachte Konstantin Syrianow mit einem Distanzschuss Lehmann in Bedrängnis. Der VfB konnte sich nur selten befreien und hatte einzig durch Ciprian Marica eine Chance. Allerdings sorgte der harmlose Schuss des Rumänen kaum für Gefahr.

St. Petersburg blieb das spielbestimmende Team und drängte auf den dritten Treffer. Lehmann stand immer häufiger im Mittelpunkt des Geschehens und bewahrte seine Mannschaft mit einigen Paraden vor einem weiteren Gegentreffer. In der 89. Minute tauchte aber erneut Gomez frei vor dem Zenit-Tor auf, scheiterte aber an Schlussmann Wjatscheslaw Malafejew.

Auf Seiten der Gastgeber verdienten sich Timoschtschuk und Huszti die besten Noten. Beim VfB stachen Gomez vor allem in der ersten Halbzeit und Lehmann im zweiten Durchgang hervor.