2009.02.18 Neuss : Podolski gegen Köln vor seinem Comeback

Vor dem möglichen Comeback von Lukas Podolski ausgerechnet gegen den 1. FC Köln macht Joachim Löw dem Stürmer Druck. Der Bundestrainer erwartet, dass "Poldi" seine Chance sucht.

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Hat klare Vorstellungen: Bundestrainer Joachim Löw (l.)

Nationalspieler Lukas Podolski steht nach drei Monaten Pause ausgerechnet gegen seinen 1. FC Köln vor der Rückkehr bei Bayern München - doch der 23 Jahre alte Angreifer will sich am großen Ballyhoo im Vorfeld nicht beteiligen. "Es ist natürlich kein normales Spiel, aber da wird zu viel Spektakel gemacht. Ich bin froh, dass der Wechsel geklappt hat. Dadurch bin ich etwas befreiter. Ich werde jetzt die nächsten drei, vier Monate beim FC Bayern Gas geben und hoffe, dass wir noch den ein oder anderen Titel holen", sagte der 60-malige Nationalspieler vor der Partie am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) und fügte an: "Ich möchte jetzt nicht über Köln sprechen. Ich will hier erfolgreich sein."

Trotz seiner Probleme beim deutschen Meister wirkte der künftige Kölner entspannt. Auch beim Thema Jürgen Klinsmann, der "Poldi" zuletzt die kalte Schulter gezeigt hatte, übte er sich in Zurückhaltung. "Es ist ein normales Spieler-/Trainer-Verhältnis. Wenn ich spiele, werde ich Vollgas geben und wenn nicht, dann werde ich im Training weiter Gas geben, um meine Chance zu bekommen", betonte Podolski.

Er sei ohnehin nicht überrascht gewesen, dass ihn der Bayern-Coach am vergangenen Samstag vor dem 1:2 in Berlin aus dem Kader gestrichen hatte: "Deshalb habe ich auch nicht gelitten." Über die Gründe habe Klinsmann mit ihm nicht gesprochen.

Doch die Zeichen für sein Comeback stehen gut. "Lukas hat aufgrund der Trainingseindrücke gute Chancen, im Kader zu sein", sagte Klinsmann am Mittwoch dem Sport-Informations-Dienst (sid), zumal Luca Toni (Reizung der Achillessehne) weiter angeschlagen ist und sich die Bayern-Bosse Franz Beckenbauer, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß klar für den Stürmer ausgesprochen haben. Dies sei ein "schönes Gefühl", meinte Podolski, der im Sommer für rund zehn Millionen zu seinem Lieblingsverein zurückkehren wird.

Podolski: "Ich bin einer von vier Stürmern"

Während in Köln deshalb schon seit Wochen eine große Euphorie ausgebrochen ist, steht Podolski in München sportlich weiter im Schatten seiner Kollegen Luca Toni, Miroslav Klose und Landon Donovan. Der US-Amerikaner liege klar vor Podolski hatte Klinsmann zuletzt immer wieder betont. Podolski selbst wollte sich dazu nicht äußern. Er beurteile keine Kollegen. "Ich bin einer von vier Stürmern."

Der Durchbruch ist Podolski in München seit seinem Wechsel im Jahr 2006 nie gelungen. "Ich war vielleicht auch ein bisschen selber schuld und habe mich zu sehr unter Druck gesetzt", meinte er: "Ich konnte mich aber auch nie über einen längeren Zeitraum beweisen."

Doch nicht nur beim FC Bayern war Podolski zuletzt außen vor. Auch Joachim Löw verzichtete gegen Norwegen (0:1) auf seinen lange verletzten Torjäger. Doch der Bundestrainer setzt weiter auf den 23-Jährigen und hat deshalb vor dessen Comeback in München auch entsprechenden Druck aufgebaut.

"Wir erwarten, dass er um seine Chance bei Bayern kämpft, Zusatzschichten einlegt und mehr trainiert als alle anderen Bayern-Spieler. Er will doch in einem guten Zustand nach Köln kommen. Und vor allem auch wieder für Deutschland spielen", sagte Löw nach einem Telefonat mit dem Stürmer.

Selbst Kölns Manager Michael Meier forderte seinen künftigen Star auf, "dass Lukas jetzt den Beweis bringen muss, in München nicht gescheitert zu sein". Er solle "bis zum Ende der Saison nicht an Köln denken", meinte Löw und fügte an: "Jubeln mit den FC-Fans wie im Hinspiel wäre am Samstag sicher der falsche Weg." Podolski versprach deshalb: "Ich werde nicht so ausgelassen wie gegen andere Mannschaften jubeln."