2009.02.20 Neuss : Torwartdiskussion geht Rensing "auf die Eier"

Michael Rensing, Torwart von Bayern München, hat genervt auf die anhaltenden Diskussionen über seine Person reagiert: "Dass sich ständig jemand einmischt, geht mir auf die Eier."

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Bayern-Schlussmann Michael Rensing hat auf den Tisch

Viele Jahre stand Michael Rensing bei Bayern München im Schatten von Oliver Kahn, nun hat der Nachfolger des früheren Welttorhüters eine Brandrede ganz im Stile des "Titans" gehalten. "Ich habe die Schnauze voll von der ganzen Diskussion, dass jeder meint, sich einmischen zu müssen. Dass sich ständig jemand einmischt, geht mir auf die Eier", sagte der sonst stille 24 Jahre alte Torhüter einen Tag vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere).

Die Nummer eins des deutschen Rekordmeisters reagierte damit auf die anhaltende Debatte um seine Leistungen, der Zeitpunkt und die derbe Form überraschten allerdings. Noch am Donnerstag hatte Rensing der Presse auf einem offiziellen Termin Rede und Antwort gestanden, am Freitag trat er dann offenbar auf eigenen Wunsch abermals vor die Journalisten, um sich Luft zu verschaffen.

Rensing dementiert Kritik an Junghans

Auslöser dafür dürften Medienberichte am Freitag gewesen sein, in denen Rensings Aussagen vom Donnerstag als Kritik an seinem Torwarttrainer Walter Junghans interpretiert worden waren. "Da habe ich meine eigene Meinung. Die ist intern bekannt, extern sage ich dazu nichts", hatte Rensing gesagt, einen Tag später drückte er sich klarer aus: "Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Walter Junghans und bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden."

Rensing steht seit Saisonbeginn im Tor der Bayern und sieht sich seither häufig Kritik ausgesetzt. Zuletzt wurden dem 1,88 Meter großen Torwart die Gegentreffer bei den Niederlagen beim Hamburger SV und bei Hertha BSC zumindest teilweise angelastet. Auch intern ist Rensing nicht unumstritten. Franck Ribery hatte im Herbst die Verpflichtung seines Landsmanns Sebastien Frey vom AC Florenz empfohlen, Präsident Franz Beckenbauer hatte sich zwischenzeitlich ebenfalls kritisch über den Kahn-Nachfolger geäußert.

Kahn und Maier stehen hinter Rensing

Der frühere Nationaltorhüter hatte seinem Nachfolger jüngst allerdings den Rücken gestärkt. "Dadurch, dass ich aufgehört habe, ist das für Michael keine einfache Position, weil er auch noch sehr jung ist. Aber da muss er jetzt einfach durch", sagte Kahn und fügte hinzu: "Dass ein junger Mann immer mal Schwankungen zwischen Weltklasse und kleinen Unsicherheiten hat, ist einfach normal."

Sepp Maier, bis zum Ende der vergangenen Saison Torwarttrainer von Kahn und Rensing, hatte seinen ehemaligen Schützling ebenfalls gestützt. "Diese Diskussion ist wirklich nicht berechtigt", sagte Maier: "Oliver Kahn war mit 26 Jahren auch noch kein Weltklasse-Torwart. Das ist er auch erst später geworden."

Nach Rensing war Miroslav Klose am Freitag vor die Presse getreten. Angesprochen auf die Aussagen Rensings sagte der Nationalstürmer: "Ich glaube, er hat sich damit sicherlich keinen Gefallen getan." Klose meinte wohl, dass die Diskussionen nun sicher nicht weniger werden.