2009.02.21 Neuss : Deutsche DM-Hoffnungen liegen auf Ariane Friedrich

Bei der Hallen-DM der Leichtathleten geht Hochspringerin Ariane Friedrich als größte deutsche Hoffnung an den Start. Die Wettkämpfe gelten als Bewährungsprobe für die WM in Berlin.

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Größte deutsche Hoffnung bei der Hallen-DM: Ariane Friedrich

Hochsprung-Überfliegerin Ariane Friedrich schwebt über allen, der Rest versucht in kleinen Schritten nach oben zu kommen: Ein halbes Jahr nach der Olympia-Pleite von Peking mit nur einer Bronzemedaille steht den deutschen Leichtathleten bei der Hallen-DM am Wochenende in Leipzig die erste Bewährungsprobe auf dem Weg zur Heim-WM im August in Berlin bevor.

Dabei gilt es, sich für die Hallen-EM in Turin (6. bis 8. März) zu empfehlen. Knapp 30 Athleten sind bereits qualifiziert. "Am Ende werden wir rund 35 in der Mannschaft haben", sagt Teammanager Siegfried Schonert.

Nur Ariane Friedrich gehört zur Weltspitze

Doch Weltspitze im deutschen Lager verkörpert ohne Werfer und Marathonläuferin Irina Mikitenko nach harten Kriterien derzeit nur die Frankfurterin Friedrich. Seit ihrem 2,05-m-Satz am vergangenen Sonntag in Karlsruhe traut ihr Olympiasiegerin Heike Henkel sogar den Hallen-Weltrekord von 2,08 zu. "Wenn Ariane und Blanka Vlasic sich weiter so antreiben, ist er drin", sagte die Leverkusenerin auch mit Blick auf Kroatiens Weltmeisterin.

Henkels deutscher Rekord könnte sogar schon in Leipzig fallen. "Mir sind die 2,07 m ja auch bei deutschen Hallen-Meisterschaften gelungen. Ich hatte damals gemerkt, ich habe ein Pfund drauf und habe den Tag genutzt", meint Henkel. Friedrich selbst wiegelt jedoch ab: "Ich bin ja keine Maschine. Erstmal möchte ich die 2,05 bestätigen." Aus Sicht von Schonert könnte die 25-Jährige bereits in Turin zur Leitfigur der deutschen Leichtathletik werden: "Sie hat das Zeug dazu, die Mannschaft mitzureißen."

Vier weitere Deutsche unter den Top-Drei in Europa

Neben der Olympia-Siebten stehen in Europas Bestenlisten derzeit lediglich vier weitere Deutsche unter den Top-Drei. Kugel-Europameister Ralf Bartels, die Kugel-EM-Dritte Petra Lammert (beide Neubrandenburg), im Siebenkampf der frühere Berliner Hallen-Weltmeister Andre Niklaus sowie der in Leipzig verletzt fehlende Sprinter Christian Blum (Fürth/München). Während Blums EM-Start noch fraglich ist, sind die anderen drei in Turin Medaillenkandidaten.

Das gilt theoretisch auch für Stabhochspringer Danny Ecker, dem einzigen deutschen Titelverteidiger von Birmingham 2007. Doch er muss wegen einer Schulter-Verletzung um die EM-Qualifikation bangen. Auch andere Arivierte wie der frühere Hallen-Weltmeister Tim Lobinger (München) zittern. Der Generationswechsel in der deutschen Paradedisziplin ist im vollen Gange. "Er ist in vielen Disziplinen zu beobachten", meint Siegfried Schonert, "im Stabhochsprung aber am deutlichsten."

Frauen-Quintett kämpft um drei Turin-Fahrkarten

Als Jahresbeste kommen der für Bayer Leverkusen startende Ex-Leipziger Tobias Scherbarth sowie Studenten-Weltmeister Alexander Straub (Filstal) nach Sachsen (je 5,75). Außerdem haben auch Ecker und Fabian Schulze (Kornwestheim) die EM-Norm von 5,70 in der Tasche und können nun mit einer Podestplatzierung das EM-Ticket sichern.

Bei den Frauen kämpft ein Quintett um drei Turin-Fahrkarten. Es wird von der Olympia-Siebten Silke Spiegelburg (Leverkusen) angeführt, die wie Anna Battke und Carolin Hingst (beide Mainz) den deutschen Rekord (4,70) jagt.

Leipzig sollte ursprünglich auch der erste große Auftritt des nach Peking installierten neuen sportlichen Führungstrios mit den beiden Bundestrainern Rüdiger Harksen und Herbert Czingon sowie Sportdirektor Jürgen Mallow sein. Doch daraus wird nichts. Alle drei lagen in den vergangenen Tagen krank in Bett. Mallow fehlt deshalb auch am Wochenende, Harksen und Czingon wollen dagegen in den Dienst zurückkehren.