2009.02.26 Neuss : Pizarro beschert Bremen das "Wunder von Mailand"

Werder Bremen trotzt der Krise und zieht durch ein 2:2 (0:2) beim AC Mailand ins Achtelfinale des UEFA-Cups ein. Claudio Pizarro erzielte beide Treffer bei der Bremer Aufholjagd.

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Claudio Pizarro war der Held von Mailand

Claudio Pizarro hat das "Wunder von Mailand" besiegelt. Mit seinen Treffern in der 68. und 78. und Minute köpfte der Peruaner den krisengeschüttelten Bundesligisten Werder Bremen ins Achtelfinale des UEFA-Cups. Nach einem 0:2-Rückstand erkämpften die Hanseaten beim Starensemble des AC Mailand ein 2:2 (0:2), nachdem sie sich im Hinspiel im eigenen Stadion mit 1:1 von den Norditalienern getrennt hatten. In der Runde der letzten 16 Teams (12. und 18./19. März) trifft die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf nunmehr auf den AS St. Etienne.

Vor 23.280 Zuschauern im nicht mal zu einem Drittel gefüllten Giuseppe-Meazza-Stadion gingen die Platzherren in der 26. Minute in Führung. Weltmeister Andrea Pirlo verwandelte einen Handelfmeter, nachdem zuvor Werder-Kapitän Torsten Frings bei einem Freistoß von David Beckham sein Gesicht mit dem Unterarm geschützt hatte. Ungeachtet der Bremer Proteste wertete Schiedsrichter Jonas Eriksson diese Aktion als absichtliches Handspiel.

Nur sieben Minuten später erhöhten die Platzherren durch einen Gewaltschuss von Pato, der damit ein brillantes Solo abschloss, auf 2:0. Trotz aller Bemühungen reichte es für die Norddeutschen zunächst nur zum Anschlusstreffer, den der peruanische Nationalspieler Claudio Pizarro in der 68. Minute per Kopfball erzielen konnte.

Von der ersten Minute an agierte Bremen mit viel Mut und großer Offensive und setzten den AC Mailand im eigenen Stadion erstaunlicherweise stark unter Druck. Während des gesamten Spiels hatte der 17-malige italienische Meister große Mühe, einen konstruktiven Spielaufbau zu bewerkstelligen und auch in der Offensive tat sich beim Team von Coach Carlo Ancelotti herzlich wenig.

"Wir dürfen uns auf keinen Fall verstecken", hatte Werder-Trainer Thomas Schaaf seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben und genau diese Taktik setzten sich mit bemerkenswerter Konsequenz um.

Das italienische Publikum reagierte mit Pfiffen und Unmutsbekundungen auf die schwache Vorstellung ihrer Lieblinge, die bis dahin nur durch die konsequente Ausnutzung ihrer wenigen Torgelegenheiten überzeugen konnten. Die rund 1700 mitgereisten Werder-Fans hingegen feierten die Bremer Akteure nach dem Schlusspfiff euphorisch mit Sprechchören und viel Beifall.

Bis in die Schlussphase hinein beherrschten die Gäste das Geschehen auf dem Platz, drückten den fünfmaligen italienischen Pokalsieger immer mehr in die Defensive. Insbesondere im Mittelfeld enttäuschten die Gastgeber auf der ganzen Linie, dies hing allerdings auch mit dem Fehlen der beiden Superstars Kaka und Ronaldinho zusammen.