2009.03.01 Neuss : Schumacher sieht sich als Verfahrens-Opfer

Der des Dopings überführte Radprofi Stefan Schumacher macht eine "verpfuschte" A-Probe für das positive Ergebnis verantwortlich und kündigte eine Gegenklage an.

dbe1
Stefan Schumacher

Radprofi Stefan Schumacher hat knapp fünf Monate nach seinem Dopingfall mit Verweis auf Verfahrensfehler seine Unschuld beteuert. "Mit meiner A-Probe wurde nur rumgepfuscht, und die Regeln des WADA-Codes wurden mit Füßen getreten", monierte Schumacher, der unter der Woche von der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) für zwei Jahre gesperrt worden war, bei seinem 15-minütigen Auftritt im Aktuellen Sportstudio des ZDF: "Ich habe noch nie in meinen Leben gedopt oder mich unerlaubter Methoden bedient. Ich habe nichts zu gestehen."

Erklärungen für das positive Ergebnis auf den Epo-Nachfolger Cera in zwei seiner Blutproben bei der Tour de France konnte der WM-Dritte von 2007 aber nicht liefern. Schumacher ließ durchblicken, mit welcher Strategie er auf juristischem Wege - der frühere Gerolsteiner-Profi will vor das oberste französische Verwaltungsgericht ziehen - einen Freispruch erwirken will. Es könne keine A-Probe geben, da sie bei der Tour bereits aufgemacht worden sei.

Sein Blut sei entsiegelt in Plastikbehältnissen zwischen Paris und Lausanne hin- und hergekarrt worden. Dazu sei die Anonymität aufgehoben worden. "Bis zum heutigen Tag sind mir Unterlagen vorenthalten worden. Das hat auch seine Gründe", sagte Schumacher und richtete schwere Vorwürfe gegen die AFLD.