2009.03.02 Neuss : Brückner tritt als Österreich-Coach zurück

Karel Brückner ist nicht länger Trainer der österreichischen Nationalmannschaft. Der Tscheche, der die ÖFB-Auswahl zur WM nach Südafrika führen sollte, hat sein Amt niedergelegt.

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Karel Brückner ist als österreichischer Nationaltrainer zurückgetreten

Der Tscheche Karel Brückner hat sein Amt als Nationaltrainer Österreichs niedergelegt. Dies teilte der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) am Montagabend mit. In einem "ausführlichen Telefongespräch" seien Brückner und der neue ÖFB-Präsident Leo Windtner am Montag übereingekommen, künftig getrennte Wege zu gehen.

Ein Nachfolger soll innerhalb der nächsten zehn Tage benannt werden, als Favoriten gelten der Ex-Nationaltrainer Didi Constantini (Austria Wien) und der frühere deutsche Nationalspieler Franco Foda (Sturm Graz).

Trennung "in freundschaftlicher Atmosphäre"

"Ich will in jeder Hinsicht einen Neustart. Es war mir ein Anliegen, mit Karel Brückner persönlich zu sprechen und die Situation gemeinsam zu analysieren. Ich möchte Herrn Brückner auch auf diesem Wege für seine Tätigkeit in den letzten Monaten herzlich danken", erklärte Windtner. Die Trennung sei "in freundschaftlicher Atmosphäre" vollzogen worden, nun benötige der ÖFB "eine Feuerwehrlösung und zugleich eine Zukunftslösung".

Brückners Vertrag war bis zum Ende der WM-Qualifikation im Herbst 2009 datiert, beim Erreichen der Endrunde in Südafrika wäre eine automatische Verlängerung in Kraft getreten. Brückner war nach dem Aus mit der tschechischen Nationalelf in der EM-Vorrunde 2008 zurückgetreten. Am 25. Juli wurde er schließlich in Österreich zum Nachfolger des zurückgetretenen Josef Hickersberger ernannt.

Brückner war zuvor seit Dezember 2001 als Trainer der tschechischen "Reprezentace" tätig. Seinen größten Erfolg feierte er mit dem Halbfinal-Einzug bei der EM 2004. Zuvor hatte Brückner die U21-Nationalmannschaft Tschechiens sowie Inter Bratislava und Sigma Olmütz betreut.

Der 68-Jährige hatte in Österreich zunächst mit einem 3:1-Erfolg über Vize-Weltmeister Frankreich für Euphorie gesorgt, anschließend jedoch gelangen keine befriedigenden Ergebnisse mehr. Tiefpunkte waren ein 1:1 auf den Färöern und ein 0:2 in Litauen. In der Gruppe 7 der WM-Qualifikation ist das ÖFB-Team mit vier Punkten aus vier Spielen fast schon aussichtslos abgeschlagen.