2009.03.02 Neuss : IAAF will Diamond League statt Golden League

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF will die Golden League noch attraktiver machen: Ab 2010 soll die Serie 15 Meetings umfassen und unter dem Namen "Diamond League" firmieren.

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Diamond League statt Golden League

Mit Diamanten statt Gold will der Leichtathletik-Weltverband IAAF die Attraktivität seiner Sportart erhöhen und eine echte Champions League einführen. Präsident Lamine Diack gab am Montag die Ausweitung der Golden League mit sechs Sportfesten in Europa ab 2010 zur Diamond League mit 15 Meetings in Europa, den USA, Asien und dem Mittleren Osten bekannt. Eingeladen wurde auch das ISTAF in Berlin, doch es zögert noch. "Wir sind in der Prüfungsphase", sagte ISTAF-Chef Gerhard Janetzky dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Wir vereinen die besten Meetings der Welt"

Diack sprach bei der Verkündung der Strukturreform von der "Verwirklichung eines Traums": "Wir vereinen die besten Meetings der Welt in einer Serie", meinte der Präsident euphorisch. Duelle zwischen den weltbesten Sprintern wie Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt und seinem Weltrekord-Vorgänger Asafa Powell werde es zukünftig drei- bis viermal pro Jahr geben und nicht mehr nur bei Weltmeisterschaften oder Olympia.

Zurückhaltend beurteilt dagegen ISTAF-Chef Janetzky das Konzept. Er will erst in den nächsten "zwei bis drei Monaten" entscheiden, ob Berlin mitmacht. "Es handelt sich um eine quantitative Ausweitung der Golden League. Ob damit auch eine Qualitätssteigerung einhergeht, bleibt abzuwarten."

Die Zukunft des ISTAF hänge vor allem davon ab, ob das deutsche Fernsehen weiter von der Leichtathletik berichte (auch den anderen Meetings) und ob sich Sponsoren finden ließen. Die Sportfeste der Diamond League sind jeweils für Donnerstag- oder Freitag-Abend sowie für die Wochenenden geplant.

Erst am Wochenende hatte Lord Sebastian Coe, zweimaliger 1500-m-Olympiasieger, IAAF-Vize und Chef von Olympia in London 2012 seine Sportart gewarnt: "Keine Veränderung ist kein Option. Wenn wir uns nicht anpassen, sterben wir." Der Schwede Rajne Söderberg, Chef der einflussreichen Euromeetings, sprach am Montag mit Blick auf die Strukturreform von einem ersten Schritt: "Weitere müssen folgen."

Hammerwurf bleibt außen vor

In der neuen Serie soll es 32 Disziplinen geben, die auf die einzelnen Stationen verteilt werden. Der Hammerwurf bleibt außen vor. Für ihn soll wegen der in vielen Stadien nicht vorhandenen Infrastruktur eine eigene Lösung gefunden werden.

Letzte Station der Diamond League wird in den ersten drei Jahren Brüssel oder Zürich sein, zugleich wird das bisherige Weltfinale (früher Grand-Prix-Finale) ab 2011 abgeschafft. Es findet 2010 letztmals in Marokko statt.

Pro Meeting werden 416.000 US-Dollar Preisgeld ausgeschüttet und Punkte für eine Gesamtwertung vergeben. Der Punktsieger jeder Disziplin erhält am Saisonende einen Diamanten aus vier Karat im Wert von 80.000 Dollar. Die Fernsehrechte für die Diamond League werden von der Agentur IMG vertrieben.

Die 15 geplanten Stationen:

London, British Grand Prix (Ort offen), Lausanne, Oslo, Stockholm, Monaco, Paris, Brüssel, Eugene/USA, New York, China Grand Prix (Ort offen), Zürich; Eingeladen: ISTAF Berlin, Rom, Doha