2009.03.03 Neuss : Bayern München: Wirbel um Ribery-Äußerungen

Unruhe beim Rekordmeister: Laut Franz Beckenbauer möchte Franck Ribery mit gezielten Äußerungen einen Wechsel erzwingen. Derweil stärkt Uli Hoeneß Trainer Klinsmann den Rücken.

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Franck Ribery beim Auswärtsspiel in Bremen

Die anhaltenden Gerüchte um Mittelfeldstar Franck Ribery sorgen beim deutschen Fußball-Meister Bayern München vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen für einige Unruhe. "Es ist immer das Problem, wenn ein Spieler weg will und dem Verein die Pistole auf die Brust drückt, dann hat der wenig Chancen. Bei Ribery kann man schon den Eindruck gewinnen, dass es sich um gezielte Äußerungen handelt. Die Bayern sind schon seit langem abhängig von ihm", sagte Präsident Franz Beckenbauer vor der Partie am Mittwoch (20.30 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) der Bild-Zeitung.

"Ich bin tausendprozentig sicher, dass er bei uns bleibt. Er hat Vertrag bei uns, den wir sogar verlängern wollen", äußerte Trainer Jürgen Klinsmann auf der Pressekonferenz am Dienstag. Es spiele auch keine Rolle, "wer was sagt und wer welche Gerüchte in die Welt setzt".

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bekräftigte zum wiederholten Male, dass Ribery unverkäuflich ist. "Franck Ribery hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011. Und wir sind nicht gewillt, ihn vorher freizugeben. Für kein Geld der Welt", sagte Rummenigge dem sid: "Ich glaube hier spielen einige Leute ihre eigenen Spielchen." Ribery meint er damit offensichtlich nicht: "Franck verhält sich bei diesen ganzen Gerüchten absolut korrekt und einwandfrei."

Ribery-Berater bringt "Barca" und "ManU" ins Gespräch

Riberys Berater Alain Migliaccio hatte jedoch Wirbel verursacht, weil er in den vergangenen Tagen insbesondere den FC Barcelona als möglichen neuen Klub seines Klienten ins Gespräch gebracht hatte. Auch Manchester United hatte Migliaccio genannt.

In Spanien war daraufhin bereits spekuliert worden, dass Ribery für 30 Millionen Euro zu Barca wechselt und die Katalanen im Gegenzug auch noch Alexander Hleb zum FC Bayern abgeben.

Mit der sportlichen Situation beim FC Bayern scheint Ribery derzeit aber nicht zufrieden zu sein. Nach dem mageren 0:0 am Sonntag bei Werder Bremen soll sich der französische Nationalspieler bei Klinsmann über seine Kollegen beschwert haben. "Ich habe beim Trainer beklagt, dass ich kaum Unterstützung bekomme, wenn ich über links für Druck sorgen will. Der Trainer hat mir Recht gegeben", wird der 25-Jährige in Bild zitiert. Dazu Klinsmann: "Es gibt Momente, da ist es normal, dass ein bisschen Frust da ist. Aber die sind gleich wieder vergessen."

Hoeneß: Kritik an Klinsmann "völlig unberechtigt"

Derweil hat Manager Uli Hoeneß einmal mehr Klinsmann den Rücken gestärkt. "Ich finde es völlig unberechtigt, was da zur Zeit läuft. Wir können immer noch alle Ziele erreichen, im Gegenteil: In der Champions League sind wir weit über unserem Soll. Trotzdem muss sich der Trainer permanent in Frage stellen lassen. Ich finde das Wahnsinn", sagte Hoeneß der Münchner tz.

Es gebe immer noch "gewisse Animositäten und Vorurteile, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Ich weiß nicht, was Jürgen leisten muss, damit das aufhört. Ich stelle mir die Frage: Sind wir denn im Abstiegskampf?"

Aber selbst Beckenbauer hat vor der Pokal-Partie gegen Leverkusen in Düsseldorf den Druck auf Klinsmann noch einmal erhöht: "Jürgen hat nach dem Bremen-Spiel gesagt, wir seien auf einem guten Weg. Jetzt wird es aber auch Zeit, diesen Weg nun langsam zu finden."