2009.03.03 Neuss : DOSB-Chef kritisiert Rangnick in Doping-Affäre

DOSB-Präsident Thomas Bach hat den Trainer von 1899 Hoffenheim Ralf Rangnick für dessen Äußerungen in der Doping-Affäre kritisiert und ihm mangelndes Bewusstsein vorgeworfen.

lhi
Muss Kritik für seine Äußerungen in der Doping-Affäre einstecken: Ralf Rangnick

DOSB-Präsident Thomas Bach hat in der Doping-Affäre um den Bundesligisten 1899 Hoffenheim dessen Trainer Ralf Rangnick harsch kritisiert. "Dass Herr Rangnick das Thema heruntergespielt hat, zeigt mir, dass er noch nicht verinnerlicht hat, was der Kampf gegen Doping für die Glaubwürdigkeit des Fußballs bedeutet", sagte Bach nach einer Präsidiumssitzung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Dienstag in Frankfurt am Main.

Nach Meinung von Bach war Rangnicks Reaktion ein Indiz für ein "mangelndes Bewusstsein" beim Problem Doping. Der DOSB-Boss bezog sich dabei auf eine Aussage des Hoffenheim-Coaches, wonach es üblich sei, dass Spieler vor der Doping-Kontrolle ihr Trikot wechseln könnten und so für eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt blieben.

Bach sieht Nachholbedarf in der Bundesliga

"Ich hoffe, das Echo hat Rangnick zum Nachdenken gebracht", sagte Bach, der in der gesamten Bundesliga einen Nachholbedarf ausgemacht hat: "Man sieht an der ein oder anderen Äußerung, dass dort in Teilen das Bewusstsein für den Kampf gegen Doping noch geweckt werden muss."

Nach dem Spiel des Herbstmeisters Hoffenheim am 7. Februar bei Borussia Mönchengladbach (1:1) waren die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Jancker erst mit zehnminütiger Verspätung zur Dopingkontrolle erschienen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ermittelt wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien, Gladbach hat gegen die Wertung des Spiels Einspruch eingelegt.

Lob für Zusammenarbeit von DFB und DFL

Bach glaubt allerdings, dass die aktuelle Doping-Diskussion im Fußball auch ihre positiven Effekte hat. "Diese Situation ist gut, weil der breiten Öffentlichkeit bewusst wird, was Athleten in anderen Sportarten klaglos hinnehmen", betonte der Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Anspielung auf die strikten Regularien bei den Dopingproben in Kernsportarten wie Leichtathletik und Schwimmen.

Bach lobte in diesem Zusammenhang auch die Zusammenarbeit mit dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL). "Entscheidend war das klare Bekenntnis von DFB und DFL, dass es null Toleranz in Sachen Doping gibt. Ich habe vollstes Vertrauen in sie", bestätigte Bach.