2009.03.06 Neuss : Frauen-Nationalelf siegt klar gegen China

Die deutschen Frauen haben sich mit 3:0 (1:0) im zweiten Spiel der Gruppe A beim Algarve Cup in Portugal gegen China durchgesetzt. Dabei traf Kerstin Garefrekes doppelt.

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Kerstin Garefrekes (l.) traf doppelt gegen China

Die deutschen Fußballerinnen eilen während ihrer Experimentierphase im Vorfeld der Europameisterschaft von Sieg zu Sieg. Zwei Tage nach dem 2:0-Auftakterfolg gegen EM-Gastgeber Finnland setzte sich der Welt- und Europameister im zweiten Spiel des Algarve Cups 3:0 (1:0) gegen China durch und braucht damit im abschließenden Gruppenspiel am Montag gegen Schweden (14.15 Uhr/live im ZDF) nur noch ein Remis, um zum dritten Mal das Finale beim Turnier in Portugal erreichen.

Durch den klaren Erfolg liegt das deutschte Team in der Gruppe A mit sechs Punkten auf dem Konto vor Schweden (vier Punkte). Kerstin Garefrekes (38./68.) und Kim Kulig (58.) erzielten die Tore für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die fünfeinhalb Monate vor der EM (23. August bis 10. September) aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle der Stammkräfte Birgit Prinz, Kerstin Stegemann, Ariane Hingst, Annike Krahn und Simone Laudehr stark verjüngt an die Algarve gereist war. Kurzfristig fehlte zudem Linda Bresonik wegen einer Oberschenkelzerrung.

Neid: "Es läuft erstaunlich gut"

"Obwohl wir soviele junge Spielerinnen dabei haben, läuft es erstaunlich gut", sagte Garefrekes und Bundestrainerin Silvia Neid stellte Torschützin Kulig heraus: "Sie hat eine gute Kopfball-Technik, gute Dynamik und ist lernwillig."

Vor 200 Zuschauern im Estadio Municipal in Albufeira war die deutsche Mannschaft, die sich erst in der vergangenen Woche in Bielefeld mit 1:1 von den Chinesinnen getrennt hatte, in der Anfangsphase klar überlegen. Garefrekes (5./11.) und Inka Grings (21.), die bereits nach 20 Sekunden ohne Erfolg einen Foulelfmeter für sich reklamierte, vergaben allerdings die sich bietenden Chancen.

Grings bleibt diesmal torlos

Nach dem guten Beginn baute das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid, die ihre Startformationen im Vergleich zum Finnland-Spiel auf fünf Positionen verändert hatte, ab Mitte der ersten Hälfte stark ab. Der Rekord-Europameister (sechs Titelgewinne), in dessen Kader derzeit sieben Spielerinnen 20 Jahre oder jünger sind, ließ vor allem die nötige Durchschlagskraft vermissen.

Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnten sich die Deutschen wieder steigern. Die Pausenführung durch das 35. Tor von Garefrekes in ihrem 101. Länderspiel nach einer Ecke von Melanie Behringer und einem Kopfball von Grings an den Pfosten war deshalb auch verdient.

Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Grings für die Vorentscheidung sorgen müssen, die Angreiferin vergab allerdings aus kurzer Distanz (51.). Besser machte es Kulig, die mit einem sehenswerten Distanzschuss ihr erstes Tor im dritten Länderspiel erzielte. Auch im Anschluss blieb das DFB-Team klar spielbestimmend und Garefrekes traf erneut. Die letzten 15 Minuten spielte das deutsche Team in Überzahl, weil die Chinesin Juan Fan die Gelb-Rote Karte sah (75.).

USA steht schon als erster Finalist fest

Bei einem Einzug ins Finale würde die DFB-Auswahl am kommenden Mittwoch (14.15 Uhr) in Faro auf Olympiasieger und Erzrivalen USA treffen. Die USA, die wie die Deutschland bisher zwei Weltmeisterschafts-Titel gewinnen konnte, hat durch ein 1:0 (0:0) gegen Island bereits nach dem zweiten Spieltag der Vorrunde das Finale erreicht.

Deutschland und die USA standen sich bereits in den Jahren 2005 und 2006 im Finale des Algarve Cups gegenüber. Dabei setzten sich 2005 die US-Amerikanerinnen durch (1:0), 2006 behielt das deutsche Team im Elfmeterschießen die Oberhand.