2009.03.06 Neuss : Ibertsberger und Janker bleiben straffrei

Andreas Ibertsberger und Christoph Janker werden für ihre zehnminütige Verspätung beim Dopingtest nicht bestraft. Das Verfahren gegen die Hoffenheimer wurde vorläufig eingestellt.

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Ibertsberger (vorn) und Janker bleiben straffrei

Freispruch für die vermeintlichen "Sünder" Andreas Ibertsberger und Christoph Janker, Anklage gegen Bundesligist 1899 Hoffenheim und seinen Dopingbeauftragten Peter Geigle: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Ibertsberger und Janker von jeglicher Schuld freigesprochen und das Verfahren gegen die beiden Profis eingestellt.

Stattdessen werden die Offiziellen des Bundesliga-Aufsteigers für das um zehn Minuten verspätete Erscheinen der Spieler zur Dopingprobe nach dem 1:1 im Ligaspiel am 7. Februar bei Borussia Mönchengladbach in die Verantwortung genommen. Zudem zieht der DFB aus den Geschehnissen Konsequenzen und wird ein Chaperon-System wie beim Radsport einführen.

Hopp: "Mit fällt ein Stein vom Herzen"

"Wir haben den Sachverhalt akribisch untersucht und transparent aufgedeckt. Das steht für unsere Glaubwürdigkeit. Es ist wichtig, dass Dopingvergehen nicht bagatellisiert werden", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach der Bekanntgabe der Entscheidung. Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp war erleichtert: "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich bin froh, dass die Jungs da nichts ausbaden mussten."

Ausbaden muss das Versäumnis aber vielleicht der Klub. Im schlimmsten Fall droht Hoffenheim eine Geldstrafe von bis zu 150. 000 Euro und die Aberkennung des einen in Gladbach gewonnenen Punktes. Die Borussia hat gegen die Wertung des Spiels Einspruch eingelegt.

`Wir haben die zu dem Missverständnis beigetragenen Umstände intern akribisch aufgearbeitet und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um einen solchen Vorfall zukünftig auszuschließen', erklärte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser.

Ibertsberger und Janker gingen straffrei aus, weil die Spieler nicht über die Auslosung zur Doping-Probe informiert worden waren. Sollten sich jedoch nach der mündlichen Verhandlung gegen Hoffenheim vor dem DFB-Sportgericht neue Schuldvorwürfe gegen Ibertsberger und Janker ergeben, wird der DFB-Kontrollausschuss das Verfahren gegen die beiden Spieler wieder aufnehmen.

Der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch, fand scharfe Worte. "Das war keine ordnungsgemäße Dopingprobe, sondern eher eine Alibi-Veranstaltung. So etwas können wir nicht dulden. Wir haben darauf unsere Lehren und Konsequenzen gezogen", sagte Koch und ergänzte: "Ich denke, dass dieser Fall für alle Beteiligten eine pädagogische Wirkung haben wird."

Spieler nicht pflichtwidrig über Dopingkontrolle informiert

Als Grund für die Doping-Test-Affäre sieht der DFB einen schweren Pflichtenverstoß von 1899 Hoffenheim sowie seines Dopingbeauftragten Geigle, der die beiden Spieler pflichtwidrig nicht über die Kontrolle informiert und nicht in den Kontrollraum geführt hatte.

Darüber hinaus lastet die DFB-Anti-Doping-Kommission dem anwesenden DFB-Doping-Kontrollarzt Dr. Rainer Klischies eine schwere Pflichtverletzung an, weil er es versäumt hatte, die Akteure unmittelbar nach Spielende über ihre Auslosung zur Dopingkontrolle zu informieren und deren Weg vom Spielfeld in den Kontrollraum zu überwachen.

Als Konsequenz aus den Geschehnissen in Mönchengladbach hat die Anti-Doping-Kommission die sofortige Einführung eines Chaperon-Systems beschlossen, bei dem neutrale Hilfspersonen die Doping-Kontrollärzte bei Wettkampfkontrollen unterstützen. Die Chaperons begleiten die Sportler von der Wettkampfstätte auf direktem Weg zur Dopingkontrolle.