2009.03.06 Neuss : St. Pauli siegt nach Zwei-Tore-Rückstand

Trotz einer frühen 2:0-Führung musste sich Hansa Rostock am 23. Spieltag der 2. Bundesliga dem FC St. Pauli noch mit 2:3 geschlagen geben und verliert im Abstiegskampf an Boden.

bb
Matchwinner für St. Pauli: Doppeltorschütze David Hoilett

Trainer Dieter Eilts steht nach dem nächsten Rückschlag mit Hansa Rostock im Abstiegskampf der 2. Bundesliga vor der Entlassung. Die Mecklenburger kassierten im brisanten Nord-Derby beim FC St. Pauli, das von Ausschreitungen überschattet worden war, trotz einer frühen 2:0-Führung eine 2:3 (2:0)-Niederlage. Damit dürfte Eilts nach nur 104 Tagen seinen Job los sein, nachdem der neue Manager Rene Rydlewicz dem früheren Trainer der deutschen U21-Junioren vor der Partie ein Ultimatum gestellt hatte.

Hansa, das nur eines von zehn Spielen unter Eilts gewann, bleibt mit 19 Punkten weiter Tabellenvorletzter. St. Pauli (34) darf sich dagegen wieder Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen.

Dabei hatten Henri Myntti (2.) und Fin Bartels (5.) vor 22.138 Zuschauern am Hamburger Millerntor die Rostocker bereits auf die Siegerstraße geschossen, doch Morike Sako per Foulelfmeter (53.) und zweimal David Hoilett (72. und 84.) schafften für St. Pauli noch die Wende. Sako sah in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte.

Im Vorfeld der Partie war es zu den befürchteten Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden drei Beamte verletzt. Insgesamt nahm die Polizei rund ein halbes Dutzend Randalierer fest. Die Rostocker Kollegen hatten außerdem vor der Abreise des Sonderzuges vier Hansa-Fans aus dem Verkehr gezogen.

Am U-Bahnhof Feldstraße, in der Nähe des Millerntor-Stadions, mussten die Beamten sogar zweimal den Wasserwerfer einsetzen, nachdem Rostocker Fans Flaschen und Feuwerkskörper geworfen hatten. Höchste Alarmstufe herrschte auch vor dem Stadion. Rund 200 Rostocker Anhänger, die nicht im Besitz einer Eintrittskarte waren, zettelten vor dem Eingang zum Gäste-Block Krawalle an. Ruhig blieb es auch nicht im Stadion. Nachdem aus dem Rostocker Block Rauchbomben gezündet worden waren, wurde die zweite Halbzeit mit fünfminütiger Verspätung angepfiffen.

Die Rostocker legten einen Start nach Maß hin und lagen bereits nach fünf Minuten mit 2:0 in Führung. Von dem frühen Rückstand erholte sich St. Pauli bis zur Pause nicht mehr. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Blatt. Nach einem Foul von Kevin Schöneberg an Björn Brunnemann entschieds Schiedsrichter Markus Wingenbach (Dietz) auf Elfmeter, den Sako verwandelte. Doch es kam noch schlimmer, als Hoilett per Doppelschlag erfolgreich war.