2009.03.07 Neuss : FC Bayern siegt vor Gericht

Das Landgericht München hat eine Klage des 1. FC Saarbrücken gegen Meister Bayern München abgewiesen. Die Saarländer klagten wegen des irregulären Einsatzes eines Bayern-Amateurs.

jjo
Klage gegen Bayern München gescheitert

Rekordmeister Bayern München hat vor Gericht einen Erfolg gegen den 1. FC Saarbrücken erzielt. Das Landgericht München I schmetterte laut Süddeutscher Zeitung eine Klage der Saarländer gegen die Bayern ab. Freuen dürfte sich Manager Uli Hoeneß, dass auf diese Weise 275.000 Euro in der Vereinskasse bleiben.

Die Münchner hatten in der Saison 2006/2007 den Kameruner Louis Ngwat-Mahop, der heute in Salzburg aktiv ist, unberechtigt für 34 Spiele in ihrem Regionalliga-Team eingesetzt. Nur als EU-Bürger hätte Ngwat-Mahop in der Regionalliga für die Bayern antreten dürfen. Später stellte sich aber heraus, dass der angeblich französische Pass des Kickers gefälscht war. Dem DFB war diese Tatsache jedoch erst einige Tage nach der offiziellen Widerspruchsfrist, dem 30. Juni 2007, durch eine Selbstanzeige der Bayern bekannt geworden. Daher waren den Münchnern negative Konsequenzen erspart geblieben.

Gesamtschaden weit über eine Million Euro

Der 1. FC Saarbrücken protestierte prompt. Wäre die Sache vor dem besagten Stichtag gemeldet worden, hätten anstelle der Saarbrücker damals die Bayern-Amateure den Gang in die Oberliga antreten müssen. Den geforderten Betrag hatten die Saarländer zum Testballon erklärt, weil der Gesamtschaden weit über einer Million Euro liege.

Die 27. Kammer des Landgerichts München I hat die Ansprüche aus dem Saarland nun für unzulässig erklärt. Zentraler Punkt der richterlichen Überlegungen waren die "Spiel-" sowie die "Rechts- und Verfahrensordnung" des DFB. Darin ist nämlich festgelegt, dass auf Punktverlust nach dem 30. Juni nicht mehr erkannt werden könne, wenn bis dahin kein Verfahren eingeleitet sei. Zudem seien alle Vereine verpflichtet, eventuelle Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht entscheiden lassen, der ordentliche Rechtsweg sei also ausgeschlossen. Und darüber hinausgehende Ansprüche konnte das Gericht nicht erkennen.

Es ist wahrscheinlich, dass der 1. FC Saarbrücken dieses Urteil vor dem Oberlandesgericht München anfechten wird.