2009.03.07 Neuss : Nächster Medaillen-Doppelpack für DLV-Athleten

Bei der Hallen-EM in Turin haben die deutschen Leichtathleten das nächste Medaillen-Double gefeiert. Silke Spiegelburg und Anna Battke holten im Stabhochsprung Silber und Bronze.

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Silke Spiegelburg

Deutschlands Leichtathleten haben bei der Hallen-EM in Turin nach dem Kugelstoß-Doppelsieg der Frauen bereits das zweite Medaillen-Double gefeiert: Im Stabhochsprung holte Silke Spiegelburg (Leverkusen) mit Steigerung ihres deutschen Hallenrekordes von 4,71 auf 4,75m Silber und Anna Battke (Mainz) mit 4,65m Bronze.

Beide verhalfen dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) dazu, dass er schon vor dem Finaltag die Zahl der vier Medaillen von 2007 erreichen konnte. Gold ging in Abwesenheit von Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa an deren russische Teamkameradin Julia Golubtschikowa (4,75). Fünfte wurde Kristina Gadschiew (Zweibrücken/4,35). Im Hochsprung landete der Olympiafünfte Raul Spank (Dresden) nach 2,30m in der Qualifikation mit 2,25m dagegen nur auf Rang sieben.

"Habe Gänsehaut am ganzen Körper"

"Ich bin glücklich und platt mit Rekord und Medaille, habe Gänsehaut am ganzen Körper", meinte Silke Spiegelburg in der ersten Freude, die gescheiterten Versuche über 4,80m waren ihr da egal. Anna Battke sagte: "Ich habe mein Ziel Bestleistung erreicht und Bronze geholt. Vor den 4,75m hatte ich einfach Angst."

Gold gewannen jeweils mit Jahres-Weltbestmarken der Italiener Fabrizio Donato mit 17,59m im Dreisprung, der Schwede Johan Wisman in 45,89 über 400m und die Estin Ksenija Balta mit 6,87m im Weitsprung. Den fünften Titel für Russland holte Iwan Uchow, der mit 2,32m den Hochsprung gewann. In Europarekordzeit von 6,42 Sekunden stürmte der Brite Dwaine Chambers ins 60-m-Finale. Der Ex-Doper löschte die vier Jahre alten Karlsruher 6,45 Sekunden des Franzosen Ronald Pognon aus den Listen.

Friedrich locker weiter - Ecker ausgeschieden

In den Vorentscheidungen gab es ein deutsches Wechselbad der Gefühle. Erst floppte die von einer Erkältung gehandicapte Ariane Friedrich (LG Frankfurt) mit einem einzigen Versuch über 1,89m souverän ins Hochsprung-Finale, dann machten die Weitspringer Sebastian Bayer (Bremen) mit 8,12m und Nils Winter (Leverkusen/8, 04) mit den besten Qualifikationsweiten aller ihre Ambitionen deutlich. Im letzten Versuch wendete Europameister Ralf Bartels im Kugelstoßen das drohende Aus mit Tagesbestweite von 19,94m ab. Für die große Enttäuschung sorgte Stab-Titelverteidiger Danny Ecker, der das Finale verpasste.

"Vielleicht war der Auftakt um 9.35 Uhr für mich zu früh. Ich kam einfach nicht ins Rollen und bin sehr enttäuscht, denn ich wollte wieder gewinnen", meinte der Leverkusener, der von seiner Schulterverletzung "nur noch ein Zwicken" spürte. Weiter kam nur Alexander Straub (Filstal) mit 5,70m, an denen Ecker und sein Klubkamerad Malte Mohr nach 5,65m knapp scheiterten.

Ariane Friedrich meinte angesichts der ihrer abgeflauten Halsentzündung: "Die wirkliche Sicherheit fehlte mir noch etwas, aber der Boden ist gut für mich. Nun brauche ich Ruhe." Trainer Günter Eisinger lobte den 1,89-m-Sprung und versicherte ihr: "Am Sonntag hast Du vier große Gegnerinnen." Damit meinte er neben der kroatischen Weltmeisterin Blanka Vlasic die Russinnen Wiktoria Kljugina und Irina Gordejewa sowie die Spanierin Ruth Beitia.

Seiler mit Europa-Jahresbestzeit

Über 60m stürmte Verena Sailer (Mannheim) überraschend als Halbfinalsiegerin in Europa-Jahresbestzeit von 7,17 Sekunden ins Finale am Sonntag, dagegen scheiterte Stefan Schwab (Schwarzenbeck) als Fünfter in 6,68 (Vorlauf 6,64).

Einen schwachen Siebenkampf-Auftakt hatte Andre Niklaus (Berlin). Der Hallen-Weltmeister von 2006 lief über 60m magere 7,21 Sekunden. Gute 7,39m im Weitsprung und Kugel-Bestleistung von 14,95m brachten ihn dann auf Rang sechs.

Während Wolfram Müller (Pirna) das 1500-m-Finale erreichte, stieg die Zahl der Erstrunden-Ausfälle im 38-köpfigen deutschen Team auf zehn durch die Kugelstoßer Marco Schmidt (Sindelfingen/19,38m) und Andy Dittmar (Gotha/19,10), 1500-m-Läufer Carsten Schlangen (Berlin) sowie den Wolfsburger Christoph Stolz.