2009.03.11 Neuss : Grundlagenvertrag: Rummenigge stellt Forderungen

Karl-Heinz Rummenigge fordert ein Ende der Ausgleichszahlungen an den DFB. Der Vorstandsboss von Bayern München sagte, dass "irgendwann" jedes Recht auf Zahlungen auslaufe.

kls
Karl-Heinz Rummenigge

Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge will dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Geldhahn zudrehen und gießt damit vor den anstehenden Verhandlungen über den neuen Grundlagenvertrag zusätzlich Öl ins Feuer. "Irgendwann läuft jedes Recht aus. Den Preis, den wir für die Verselbstständigung der Liga 2000 bezahlt haben, ist einfach zu hoch', sagte Rummenigge, der als Ligavorstand im Arbeitskreis Grundlagenvertrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) sitzt, der Sport Bild.

Die Entscheidung über die Verlängerung des Grundlagenvertrages zwischen dem Verband und der DFL wird am 24. April in Düsseldorf auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag getroffen. Der noch bis zum 30. Juni 2009 gültige Grundlagenvertrag soll beim Bundestag um weitere drei Jahre verlängert werden. Durch diesen Vertrag werden die wechselseitigen Rechte und Pflichten zwischen dem DFB und dem Ligaverband geregelt.

Rummenigge hält es "für juristisch sehr fragwürdig", dass die Profiklubs 46 Jahre nach Bundesliga-Gründung immer noch Zahlungen an den Verband leisten müssen. Der Münchner Vorstands-Chef untermauert, dass die Netto-Belastung der Vereine zugunsten des DFB derzeit 15 bis 20 Millionen Euro beträgt: "Die drei Prozent, die die Liga an den DFB zahlen muss, sind deklariert als Pacht. Das Wort an sich ist schon absurd: Im Prinzip kaufen wir unsere eigenen Rechte vom DFB."

Während Rummenigge und weitere Ligavertreter vehement ein Ende der Ausgleichszahlungen an den DFB fordern, will der Verband an dem bislang praktizierten Modell festhalten. Seit Gründung der DFL vor acht Jahren muss die Liga drei Prozent der TV- und Ticket-Einnahmen an den DFB abführen.

"Wir sind vom Grundsatz her klar der Meinung, dass man das bisherige Modell nicht infrage stellen sollte. Die prozentuale Abgeltung hat sich bewährt, auch was die direkten Zuwendungen der Liga an die Landesverbände angeht", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der in den laufenden Verhandlungen mit der DFL über den neuen Grundlagenvertrag der Gegenseite die Forderungen bereits deutlich gemacht hat: "Wir haben eine Zahl genannt, was am Ende rauskommen soll."

Laut Sport Bild erwartet der DFB, dass die Liga in Zukunft fünf bis sechs Millionen Euro überweist. Dazu sollen nach wie vor die Abgaben der Bundesligisten aus den Ticket-Verkäufen kommen sowie die Schiedsrichter bezahlt werden. Dagegen will die DFL zum letzten Mal akzeptieren, dass eine Pacht bezahlt wird. Allerdings nur dann, wenn die Pacht weniger als drei Prozent beträgt und der DFB zukünftig den Passus aus dem Grundlagenvertrag streicht.

Doch darauf will sich der Verband laut Rummenigge offenbar nicht einlassen. "Verhandlungen habe ich immer so verstanden, dass sie ergebnisoffen geführt werden. Aber alles, was ich momentan höre, ist, dass der DFB die ganzen Gespräche sehr konditioniert, indem er sagt: Das ist Conditio sine qua non (eine Bedingung, von er nicht abgesehen werden kann)", sagte Rummenigge.