2009.03.12 Neuss : HSV nur remis gegen Galatasaray

Der Hamburger SV hat eine bessere Ausgangsposition für das Achtelfinal-Rückspiel im UEFA-Cup verpasst. Das Hinspiel gegen den türkischen Meister Galatasaray Istanbul endete 1:1.

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Marcell Jansen (M.) sorgte für den Ausgleich

Dem Hamburger SV droht das Achtelfinal-Aus im UEFA-Cup. Die Hanseaten kamen gegen den türkischen Meister Galatasaray Istanbul in einem emotionalen Duell trotz 37-minütiger Überzahl nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und stehen im Rückspiel in einer Woche in der `Hölle' des Ali-Sami-Yen-Stadions vor einer sehr schwierigen Aufgabe. Um doch noch das Viertelfinale zu erreichen, muss der HSV am Bosporus gewinnen oder ein Unentschieden mit mindestens zwei Toren erzielen. In dieser Saison hat der HSV alle vier Auswärtsspiele gewonnen.

Trainer Martin Jol kritisierte seine Mannschaft, die lange Zeit viel zu passiv agierte. "In der ersten Halbzeit haben wir keinen Fußball gespielt. In der zweiten Halbzeit ging es dann, wir hatten vier oder fünf Chancen. Aber wenn man den Ball nur in der Abwehr hin und her schiebt, dann passiert vorne eben nichts. Aber das Ergebnis ist okay."

Marcell Jansen (49.) rettete für die lange Zeit enttäuschenden Gastgeber wenigstens das Unentschieden in einem hart umkämpften Spiel. "Es war klar, dass es nicht einfach wird. Aber in der zweiten Halbzeit waren wir so klar besser, da müssen wir zwei oder drei Tore machen und die Sache ist gegessen", sagte der Nationalspieler. Ayhan Akman hatte die von zahlreichen Landsleuten frenetisch angefeuerten Gäste in der 32. Minute in Führung gebracht. Emre Asik (53.) sah die Rote Karte.

Heiße Atmosphäre in Hamburger Arena

Das Spiel begann mit einer Gedenkminute für die Opfer des Amoklaufs von Winnenden. Beide Mannschaften trugen Trauerflor. Rund 12.000 türkische Zuschauer hatten Karten für das Spiel in der mit 52.000 Fans ausverkauften Hamburger Arena bekommen. Die Atmosphäre war elektrisiert und extrem laut. Insgesamt blieb es aber vollkommen friedlich. Die Polizei hatte vor Spielbeginn keinerlei Ausschreitungen registriert.

Auf dem Spielfeld präsentierte sich der HSV im ersten Durchgang erstaunlich zurückhaltend. Offensichtlich wollte man den Gästen auf keinen Fall ein Auswärtstor erlauben. Außerdem hatte Jol nach der 1:4-Pleite in Mönchengladbach erneut die Innenverteidigung umgestellt, Jerome Boateng spielte an der Seite von Joris Mathijsen. Alex Silva rückte dafür ins defensive Mittelfeld. Diese Umstellungen wirkten sich zunächst eher negativ aus. Die Abwehr wirkte verunsichert, Silva leistete sich zahlreiche Fehler.

Galatasaray beginnt stark

Galatasaray präsentierte sich taktisch geschickt und spielstark. Das Team von Trainer Bülent Korkmaz ließ die Hanseaten im Mittelfeld kaum zur Entfaltung kommen. Ein Schuss von Piotr Trochowski (28.) war zunächst die einzige gefährliche Chance, Torwart Morgan De Sanctis reagierte großartig.

Mit einem sehenswerten Konter nach einem Eckball ging Galatasaray 13 Minuten vor der Pause in Führung. Akman schloss aus 16 Metern unhaltbar für Torwart Frank Rost ab. Nur zwei Minuten später hätte Mladen Petric jedoch den Ausgleich erzielen müssen. Der Kroate vergab völlig freistehend gegen De Sanctis.

Rot für Emre Asik

Im zweiten Durchgang kamen die Hanseaten mit wesentlich mehr Engagement und Zug zum Tor zurück. Vier Minuten nach Wiederbeginn wurden sie mit dem Ausgleich belohnt. Jansen nutzte eine Kopfballvorlage von Petric. Das Spiel brachte nun endlich echte Europapokal-Stimmung. Die Hamburger hatten dabei Glück, als Shabani Nonda in der 51. Minute alleine vor dem Tor den Ball über den Kasten hob.

Zwei Minuten später musste Emre Asik den Platz verlassen. Nach einer Notbremse gegen Petric sah der Verteidiger die Rote Karte - eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Die Hamburger drängten in Überzahl auf den Siegtreffer und hatten in der 67. Minute Pech, als Collin Benjamin mit einem abgefälschten Schuss die Latte traf. Auch mit zehn Mann versteckten sich die Gäste keineswegs und blieben stets gefährlich. Trochowski (88.) und Olic (90./90.+3) vergaben Großchancen für die Hamburger.