2009.03.13 Neuss : Brawn-Team lässt die Konkurrenz hinter sich

Das neue Brawn GP Formula One Team fährt in der Motorsport-Königsklasse Formel 1 der gesamten Konkurrenz davon. Rubens Barrichello spricht sogar von der "Überraschung des Jahres".

nka
Zufrieden: Ross Brawn (l.) mit Jenson Button (M.) und Rubens Barrichello

Die Formel-1-Konkurrenz verneigt sich vor dem Brawn BGP 001, und selbst Rubens Barrichello gerät ins Schwärmen. "Ich glaube, dass wir die Überraschung des Jahres werden", sagte Michael Schumachers früherer Ferrari-Teamkollege dem Internetportal formula1.com, nachdem er am letzten der vier Formel-1-Testtage in Barcelona in einer Solo-Show die Rivalen düpiert hatte. In 1:18,926 war der Brasilianer als einziger Fahrer unter 1:19 Minuten geblieben und hatte damit alle geschockt.

"Vor Barcelona hatten wir eines der schnellsten Autos. Jetzt sind wir immer noch konkurrenzfähig, aber nur hinter Brawn. So eine Zeit hätte niemand hinbekommen. Brawn ist viel schneller als alle anderen", erklärte Ferrari-Pilot Felipe Massa und zog symbolisch seinen Hut vor dem Team, das erst in letzter Sekunde sein Überleben gesichert hatte.

"Superhirn" Ross Brawn, im Zeitraum von 1993 bis 2004 bei Benetton und Ferrari an allen sieben WM-Titeln von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher beteiligt, kaufte als vorheriger Teamchef "seinen" alten Honda-Rennstall. Mercedes erklärte sich bereit, die Motoren an das neue Brawn GP Formula One Team zu liefern. Zweiter Fahrer neben Barrichello ist der Brite Jenson Button, der am Vortag auf dem Circuit de Catalunya ebenfalls rund eine Sekunde vor dem schnellsten Konkurrenten gelegen hatte.

Barrichello: "Ich bin im Moment wirklich sehr glücklich"

Rubens Barrichello wusste, wem der Dank gebührt. "Das Team hat hier an den vier Tagen einen fantastischen Job gemacht. Unser Auto ist aerodynamisch sehr stark. Es harmoniert gut mit dem Motor, was Leistung und Fahrbarkeit angeht. Es läuft mit viel Benzin gut, mit wenig Benzin - eigentlich mit allen Benzinmengen. Ich bin im Moment wirklich sehr glücklich", sagte der 36-Jährige, der bei der Besetzung der Cockpits aufgrund seiner Erfahrung den Vorzug vor seinem jungen Landsmann Bruno Senna erhalten hatte.

Mit den vier Tagen von Barcelona im Kopf will es Barrichello nun wissen. Der neunmalige Grand-Prix-Sieger erklärte nahezu euphorisch: "Ich habe auf so eine Zeit schon ewig gewartet - genau genommen seit meinem Wechsel 2006 zu Honda -, auf ein Auto, mit dem ich so ein gutes Gefühl habe." Das sei zuletzt 2003 bei Ferrari gewesen. "Das war ein Mörderauto", so Barrichello.