2009.03.14 Neuss : Aufholjagd führt Bayern nach Bochum

Der FC Bayern München will heute beim VfL Bochum seine Aufholjagd auf die Tabellenspitze fortsetzen. Hertha BSC Berlin hofft gegen Bayer Leverkusen auf einen Ausbau der Heimserie.

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Bayern hofft auf einen Sieg in Bochum

Der Tor-Gala in Europa soll der Arbeitssieg im Ruhrgebiet folgen: Bayern München plant auch ohne seinen Superstar Franck Ribery am 24. Spieltag der Bundesliga heute beim VfL Bochum (15.30 Uhr/live bei Premiere) die Fortsetzung der Aufholjagd. Vier Tage nach dem 7:1-Sieg in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon hofft der Rekordmeister zudem auf einen Ausrutscher von Spitzenreiter Hertha BSC Berlin.

"Die Mannschaft weiß, dass das ein Schlüsselspiel wird", sagte Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der sein Team zusätzlich unter Druck setzte: "Ich hoffe, dass sich die Mannschaft zusammenreißt. Wir haben nicht mehr viel Zeit, um alles zu korrigieren. Wir müssen einen Tick schneller und aggressiver sein und den Fight annehmen." Dribbelkünstler Ribery sollte dabei helfen, doch der kleine Franzose konnte am Freitagnachmittag noch nicht wieder am Training teilnehmen - obwohl er seine Prellung am Schienbein weitgehend auskuriert hat. "Wir wollen bei Franck nichts übers Knie brechen. Er ist noch nicht komplett schmerzfrei", sagte Klinsmann.

"Es wird ein richtiger Kampf"

Riberys Mitspieler wissen aber, worum es angesichts von vier Punkten Rückstand auf Berlin geht. "Es wird ein richtiger Kampf, es geht um jeden Ball, um jeden Zentimeter", sagte Verteidiger Daniel van Buyten. Und Stürmer Miroslav Klose ergänzte: "Champions League und Bundesliga sind nicht zu vergleichen. Bochum wird sich einfach hinten rein stellen. Es wird nicht leicht, aber lösbar."

Neben Ribery fehlen den Bayern zudem die allesamt verletzten Luca Toni, Hamit Altintop und Tim Borowski. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer forderte wohl auch angesichts der Personalmisere, den Kantersieg gegen Lissabon abzuhaken: "Die Wahrheit wird man in Bochum sehen. Das wird ein ganz anders Spiel."

Gastgeber Bochum, mit acht Punkten aus vier Spielen zuletzt stark, ist personell arg gebeutelt. Es fehlen Oliver Schröder (Muskelfaserriss), Mergim Mavraj (Gelbsperre), Shinji Ono (Grippe), Marcel Maltritz und Anthar Yahia (beide Bänderriss). Fraglich sind auch Christoph Dabrowski und Diego Klimowicz. "Bei Klimowicz habe ich noch die größte Hoffnung", sagte Trainer Marcel Koller.

Hertha will Heimserie ausbauen

Spitzenreiter Hertha BSC will seine Heimserie von neun Siegen in Folge gegen Bayer Leverkusen ausbauen. Für Bundestrainer Joachim Löw kommt Herthas Höhenflug nicht überraschend. Hertha spiele schnell, so Löw: "Ich kenne Lucien Favre aus der Schweiz. Auch dort hat sein Team beim FC Zürich einen guten Fußball gespielt."

Stürmer Andrej Woronin, der das Hinspiel (1:0) mit seinem Tor entschied, kennt keine Gnade für seinen Ex-Klub: "Wir brauchen die Punkte, deshalb spielen wir auf Sieg." Eine Brauerei sorgt für zusätzliche Motivation: Sollten die Berliner in den folgenden fünf Heimspielen jeweils über 55.000 Zuschauer anlocken, werden den Fans 55.000 Liter Freibier spendiert.

1899 Hoffenheim hofft gegen Frankfurt nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg auf ein Erfolgserlebnis. Allerdings bangt der Aufsteiger um Boubacar Sanogo (Abszess im Darm) und Keeper Timo Hildebrand, der nach einer Oberschenkelverletzung nicht fit ist.

Nikolov erneut im Eintracht-Tor

Bei der Eintracht steht Oka Nikolov wieder im Tor, da Trainer Friedhelm Funkel mit der Form von Stammkeeper Markus Pröll zuletzt nicht zufrieden war. Präsident Peter Fischer sorgte durch Kritik an Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp für Zündstoff. "Es ist doch klar, dass wir nicht glücklich sind über das Modell Hopp. Für den Wettbewerb ist das nicht gut', meinte der Vorsitzende.

Hannover 96 ist nach einer katastrophalen Auswärtsserie im Heimspiel gegen Borussia Dortmund zum Siegen verdammt, denn im Anschluss stehen zwei dicke Auswärtsbrocken in Hoffenheim und Bremen auf dem Programm. Die Borussen warten noch auf den ersten Liga-Sieg in 2009. Sebastian Kehl rückt nach seiner Sperre wieder in die Anfangsformation.

Beim 1. FC Köln blickt man dem Duell mit Mönchengladbach voller Spannung entgegen. "Ein Derby ist ein ganz besonderes Spiel, gerade gegen Gladbach. Natürlich ist der Sieg das Wichtigste", sagte FC-Präsident Wolfgang Overath. Vor dem Derby herrscht höchste Alarmstufe, da die Atmosphäre zwischen den Fans vergiftet ist, nachdem Kölner Anhänger vor einem Jahr eine große Gladbach-Fahne zerrissen hatten.

Im Kellerduell muss der Karlsruher SC unbedingt gegen Arminia Bielefeld siegen, damit das rettende Ufer nicht schon vorzeitig außer Sichtweite gerät.