2009.03.17 Neuss : Theissen: BMW peilt WM-Titel an

Kurz vor dem Start in die neue Formel-1-Saison hat BMW-Motorsport-Direktor die Ambitionen seines Teams unterstrichen. Es sei das große Ziel, um den Titel mitzufahren.

bno
BMW will um den Titel mitfahren

Knapp zwei Wochen vor dem Start in die neue WM-Saison der Formel 1 hat BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen noch einmal die Ambitionen seines Teams deutlich unterstrichen. "Es soll für uns ein starkes Jahr werden. Wir haben seit der Gründung jeden Schritt gemacht, den wir uns vorgenommen haben. Letztes Jahr waren wir auf Tuchfühlung. Jetzt ist es unser großes Ziel, um den Titel mitzufahren", sagte Theissen im Bayerischen Fernsehen.

Der Kampf um die WM-Krone sei bisher allerdings "der schwierigste Schritt", betonte der BMW-Teamchef, der eine "sehr spannende Saison" erwartet. Bei den Tests sei bisher insbesondere der Brawn-Mercedes "die Überraschung für alle" gewesen.

Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise hat Theissen zudem das Engagement von BMW in der Formel 1 erneut verteidigt: "Wir stellen in jedem Jahr eine Aufwand-Nutzen-Bilanz auf und unterziehen unser Engagement einer regelmäßigen Prüfung. Wir gehen mit Augenmaß vor."

Formel 1 eine "tolle Plattform", die mehr einbringen als kostet

Aus Gesichtspunkten des Marketings und der Technologie-Entwicklung sei die Formel 1 eine "tolle Plattform", die mehr einbringen als kosten würde: "Auch in harten Zeiten kann man beides nicht einstellen." BMW würde ohnehin schon jetzt 40 Prozent weniger für die Formel 1 ausgeben. Die kolportierten Budget-Kosten in Höhe von geschätzten 220 Millionen Euro dementierte Theissen: "Es ist deutlich weniger."

Auf die Regeländerungen, die der Motorsport-Direktor als "umsturzartig" bezeichnete, sei BMW "gut eingestellt". Auch mit dem viel diskutierten Energierückgewinnungssystem KERS kämen die Fahrer "ganz gut" zurecht.

Allerdings verliere man durch das zusätzliche Gewicht des Systems von etwa 40 kg die Möglichkeit, den Wagen entsprechend "auszubalancieren". Deswegen habe es zuletzt auch die Diskussionen um das Gewicht der Piloten gegeben, meinte Theissen. Dies sei inzwischen ein "Wettbewerbsfaktor", der nicht schön sei: "Wir wollen nicht, dass dies in Jockey-Verhältnisse ausartet."

Die Formel 1 startet am 29. März in Melbourne in die neue WM-Saison. Für BMW gehen wie im letzten Jahr der Mönchengladbacher Nick Heidfeld und der Pole Robert Kubica auf Titel-Jagd. In der vergangenen Saison holte BMW Rang drei in der Konstrukteurs-Wertung, zudem elf Podestplätze und in Montreal einen Doppelsieg.