2009.03.19 Neuss : Favre schickt Ebert zu den Amateuren

Hertha-Trainer Lucien Favre hat auf den nächtlichen Streifzug von Berlins Patrick Ebert reagiert und den Mittelfeldakteur "bis auf weiteres" zu den Amateuren verbannt.

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Verhältnis gestört: Patrick Ebert (l.) und Trainer Lucien Favre

Profi Patrick Ebert ist nach seinem nächtlichen Streifzug durch Berlin und den Ermittlungen wegen des Verdachts des Vandalismus bei Bundesliga-Tabellenführer Hertha BSC suspendiert worden. Trainer Lucien Favre verbannte den 22-Jährigen vorübergehend zu den Amateuren und strich den Mittelfeldspieler für das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) aus dem Kader.

"Das ist eine enorme Enttäuschung für mich. Ich bin tolerant, denn ich war schließlich auch Spieler, aber jetzt gab es leider keine andere Möglichkeit", sagte Favre und machte aus seinem Ärger keinen Hehl: "Patrick ist ein guter Junge, aber dieses Mal ist er zu weit gegangen." Wie lange Ebert beim U23-Team trainieren und spielen muss, ließ Favre offen: "Er soll jetzt erst einmal nachdenken."

Manager Dieter Hoeneß betonte, dass sich die Suspendierung sowie die Geldstrafe in Höhe von geschätzten 10.000 Euro zunächst nur auf das Überschreiten des Zapfenstreichs beziehen: "Er hat sich uns gegenüber klar positioniert, dass er mit den anderen Vorwürfen nichts zu tun hat."

Ebert weist Vorwürfe von sich

Ebert und der Dortmunder Profi Kevin-Prince Boateng sollen in der Nacht zum Mittwoch dabei beobachtet worden sein, wie sie gegen 3.30 Uhr den Lack eines Auto zerkratzten und an weiteren Wagen die Außenspiegel abtraten. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen, die Profis lassen sich von Anwälten beraten.

Ebert bestätigte, er habe gemeinsam mit Boateng seinen 22. Geburtstag gefeiert und sei zur besagten Zeit im Stadtbezirk Wilmersdorf von einer Polizeistreife angehalten worden, bestritt jedoch den Vorwurf der Sachbeschädigung vehement.

"Das sind Lügengeschichten", sagte Ebert, der in Sachen Disziplinlosigkeit als "Wiederholungstäter" gilt. Im August 2007 war er mit einem Wert von mehr als 1,0 Promille betrunken am Steuer von der Polizei erwischt worden und musste 5000 Euro Strafe an Hertha zahlen sowie seinen Führerschein abgeben.

Auch der derzeit verletzte Boateng hatte den Vorwurf der Sachbeschädigung vehement zurückgewiesen. Dennoch muss auch er beim BVB wegen seines nächtlichen Ausflugs mit einer empfindlichen Strafe rechnen. "Um drei Uhr nachts, das geht gar nicht. Es wird eine saftige Sanktion geben", prophezeite Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.