2009.03.21 Neuss : Titelfavoriten kämpfen mit Nebenschauplätzen

Vor dem 25. Spieltag in der Bundesliga haben einige Titelfavoriten mit Problemen abseits des Spielfeldes zu kämpfen, in München ist Lukas Podolski plötzlich gesetzt.

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Lukas Podolski ist plötzlich gesetzt

Schalke und Kahn, Berlin und Ebert, Bayern und Podolski, Hoffenheim und Hildebrand, Dortmund und Klopp - obwohl sich die Bundesligisten zu Beginn des Saison-Endspurts eigentlich voll und ganz auf den sportlichen Bereich konzentrieren sollten, sorgen vor dem 25. Spieltag vor allem die Ereignisse abseits des Spielfeldes für die bestimmenden Themen.

Für negative Schlagzeilen sorgte vor allem Spitzenreiter Hertha BSC Berlin. Der Klub scheint sich auf dem Weg zum ersten Titelgewinn seit 78 Jahren selbst Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Die Hertha suspendierte Mittelfeldspieler Patrick Ebert vor dem Spiel beim VfB Stuttgart am heutigen Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere), weil er bei einem nächtlichen Streifzug durch Berlin randaliert haben soll.

"Das ist eine enorme Enttäuschung für mich. Ich bin tolerant, denn ich war schließlich auch Spieler, aber jetzt gab es leider keine andere Möglichkeit", sagte Trainer Lucien Favre und machte aus seinem Ärger keinen Hehl: "Patrick ist ein guter Junge, aber dieses Mal ist er zu weit gegangen."

Auch Manager Dieter Hoeneß weiß, dass der Rummel um Ebert zur Unzeit kommt: "Es ist sehr unerfreulich, dass wir uns ausgerechnet in dieser Phase damit beschäftigen müssen", meinte Hoeneß, der den Stab über den Profi aber noch nicht brechen will: "Er hat sich uns gegenüber klar positioniert, dass er mit den anderen Vorwürfen nichts zu tun hat."

Schalke flirtet mit Kahn

Von klaren Positionen kann beim Flirt von Schalke 04 mit Oliver Kahn keine Rede sein. Zwar hat der Ex-Nationaltorhüter mit den Königsblauen über ein Engagement als neuer Manager verhandelt, doch vor der Partie am Sonntag gegen die Europacup-Helden des Hamburger SV ist die Verpflichtung Kahns ungewiss. "Wir haben uns darauf verständigt, in zwei bis drei Wochen noch mal zu telefonieren", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies: "Es gibt eine Menge anderer Kandidaten, mit denen ich schon gesprochen habe und noch sprechen werde."

Während bei Schalke die wichtige Personalfrage noch offen ist, hat Erzrivale Borussia Dortmund vor dem Spiel gegen Werder Bremen Nägel mit Köpfen gemacht und den Vertrag mit Trainer Jürgen Klopp bis zum 30. Juni 2012 verlängert. "Die Zeit hat gezeigt, dass es funktioniert", sagte Klopp.

So richtig viel hat dagegen bei Herbstmeister 1899 in der Rückrunde noch nicht funktioniert. Erst die Doping-Affäre, dann die sportliche Erfolglosigkeit (sechs Spiele ohne Sieg) und jetzt das drohende Theater um Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand. Obwohl der Keeper nach überstandenen Verletzungen wieder fit ist, droht ihm gegen Hannover 96 und dessen nach wie vor unter Druck stehenden Trainer Dieter Hecking ein Platz auf der Ersatzbank.

Kein gutes Zeichen für Hildebrand

"Es wird eine knappe Entscheidung. Es wird der spielen, mit dem ich die größeren Chancen sehe, zu gewinnen", sagte Trainer Ralf Rangnick zum Duell zwischen Hildebrand und Daniel Haas. Das Lob des Trainers für Haas ("Ich bin sehr zufrieden mit ihm") dürfte kein gutes Zeichen für Hildebrand sein.

In einer wesentlich erfreulicheren Lage als Hildebrand befindet sich derzeit Lukas Podolski bei Rekordmeister Bayern München. Der Nationalspieler profitiert von den Verletzungen der gesetzten Angreifer Miroslav Klose und Luca Toni. "Ich freue mich darüber, dass ich jetzt meine Einsätze bekomme. Momentan ist es eine schöne Situation für mich", meinte "Poldi" vor der Partie gegen Schlusslicht Karlsruher SC.

Eine schöne Situation genießt derzeit auch der VfL Wolfsburg. Das Team von Trainer Felix Magath hat mit zuletzt sechs Siegen in Folge einen neuen Klubrekord aufgestellt und kann durch einen weiteren Erfolg bei Arminia Bielefeld weiter am Image des Geheimfavoriten auf die Meisterschaft arbeiten.

Bayer Leverkusen hofft gegen Eintracht Frankfurt den Anschluss an die europäischen Plätze nicht zu verlieren. Zudem will die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia endlich den ersten Liga-Sieg im Düsseldorfer Exil feiern. Der zuletzt erfolglose rheinische Rivale 1. FC Köln reist zu Abstiegskandidat Energie Cottbus. Für die Kölner gilt es, nicht weiter Richtung Tabellenkeller zu rutschen, während die Lausitzer dringend einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf benötigen.