2009.03.22 Neuss : Liverpool sitzt "ManU" im Nacken

In der englischen Premier League hat der FC Liverpool den Rückstand auf Tabellenführer "ManU" verkürzt. Die "Reds" feierten einen deutlichen 5:0-Erfolg gegen Aston Villa.

dst1
Steven Gerrard trifft dreimal für Liverpool gegen Aston Villa

Mit einer weiteren Gala hat der englische Rekordmeister FC Liverpool die Jagd auf Titelverteidiger Manchester United fortgesetzt und sitzt dem Erzrivalen nun unmittelbar im Nacken. Die "Reds" feierten eine Woche nach dem 4:1 im Old Trafford am Sonntag ein 5:0 (3:0) gegen Aston Villa, verbesserten sich mit 64 Punkten auf den zweiten Tabellenplatz und verkürzten den Rückstand auf Spitzenreiter Manchester auf nur einen Zähler.

Chelsea unterliegt Tottenham

Die Mannschaft von Teammanager Alex Ferguson patzte am Samstag mit dem 0:2 beim FC Fulham ebenso wie der zuvor zweitplatzierte FC Chelsea. Die Mannschaft um den deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack verlor das Londoner Derby bei Tottenham Hotspur 0:1 und kassierte unter dem neuen Teammanager Guus Hiddink zugleich die erste Niederlage.

Gerrard trifft dreifach

Die Mannschaft der Stunde in England ist Liverpool. Gegen Villa brannte der Champions-League-Viertelfinalist in der ersten Halbzeit ein Feuerwerk ab und führte bereits nach 45 Minuten durch die Tore von Dirk Kuyt (8.), Albert Riera (33.) und Kapitän Steven Gerrard (38., Foulelfmeter) mit 3:0. Gerrard legte nach der Pause noch zwei Treffer nach (50., 65., Foulelfmeter). Damit darf Liverpool mehr denn je vom ersten Meistertitel nach 19 Jahren träumen, es wäre der 19. insgesamt. Manchester hat aber noch ein Nachholspiel.

Nach der zweiten Niederlage des Meisters in Folge brauchen laut die "ManU"-Profis laut der Tageszeitung The Times einen Termin beim Psychoanalytiker. United verlor nicht nur erstmals seit 147 Spielen wieder zwei Partien in Serie, sondern auch Paul Scholes per Roter (17.) und Wayne Rooney per Gelb-Roter Karte (88.).

Nerven liegen blank

Wie blank die Nerven in Manchester liegen, belegte nicht nur ein rotwürdiges Foul von Weltfußballer Cristiano Ronaldo, der mit beiden Beinen voran in Fulhams Danny Murphy sprang. Vor allem Ferguson gab ein schlechtes Bild ab und schob die Schuld für die erste Pleite im Craven Cottage seit 1964 Schiedsrichter Phil Dowd zu. Rooney sei zu Unrecht wegen Ballwegwerfens vom Platz geflogen und die Karte gegen Scholes (Handspiel auf der Linie) sei fragwürdig gewesen, sagte er.

Die Presse hielt für derlei Verschwörungstheorien jede Menge Spott bereit. "Vor einer Woche schlenderte United durch den Wald - und nichts schien es beim Trophäensammeln stoppen zu können. Jetzt sind sie nervös wie Rotkäppchen, das gerade den großen bösen Wolf gesehen hat", ätzte die Times.

Danny Murphy (18., Foulelfmeter) und Zoltan Gera (87.) hatten Ferguson mit ihren Toren in die Sinnkrise gestürzt. "Im März und April zu verlieren, kann dich teuer zu stehen kommen. Wir spielen nun zu Hause gegen Villa, das wird ein Endspiel", sagte Ferguson.

Schuss von Ballack auf der Linie geklärt

Chelsea hat weiterhin 61 Zähler auf dem Konto, weil Kroatiens Nationalspieler Luka Modric für Tottenham traf (50.) und Ballacks Schuss in den Schlusssekunden auf der Linie geklärt wurde. Das Spiel an der White Hart Lane begann mit halbstündiger Verspätung, bis die Polizei nach der Untersuchung eines verdächtigen Autos in Stadionnähe Entwarnung gegeben hatte.

Chelsea wusste deshalb laut Teammanager Hiddink von den Problemen Manchesters. "Wir hatten eine große Chance, haben es aber vermasselt", sagte der Niederländer nach seiner ersten Niederlage im achten Pflichtspiel auf der Bank der "Blues". Hiddink schrieb den Titel indirekt schon ab, als er sagte: "Wir haben noch zwei weitere Chancen, Titel zu gewinnen." In der Champions League und im FA-Cup ist Chelsea noch aussichtsreich im Rennen.

Hiddink verabschiedete sich hernach in Richtung Amsterdam, um seinen kranken Vater zu besuchen, ehe er sich seinem Zweitjob bei der russischen Nationalmannschaft widmet. Zum Saisonende wird er bei Chelsea wohl aufhören, laut Berichten mehrer englischer Zeitungen am Sonntag gilt sein Landsmann Frank Rijkaard als Nachfolgefavorit.